Dinge, die man erlebt haben solle: Mit dem Sky Train zum Flughafen fahren
VON ANNE HEMMES - zuletzt aktualisiert: 01.01.2012 - 15:18Düsseldorf (RPO). Der Sky Train verbindet die Terminalhallen mit dem Fernbahnhof „Düsseldorf Flughafen“. Vollautomatisch pendelt die Schwebebahn im Fünf-Minuten-Takt zwischen den Haltestellen. Kurz nach der Einweihung sorgte der führerlose Zug aber zunächst für viel Ärger und Verspätung.
Die Wartehalle des Sky Train im Terminal C ist meistens ziemlich leer. Ein paar Menschen mit Reisekoffern, Anzugträger mit Aktentasche oder jüngere Reisende mit Rucksack trifft man hier. Zwei Gleise gibt es nur, und beide führen in dieselbe Richtung: zu den Terminals A und B, den Parkhäusern und zum Flughafen Bahnhof. Jede Fahrt mit der zwei Kabinen langen Bahn ist vor allem auch etwas für die Ohren. Es rumpelt unterschwellig, wenn der Sky Train einfährt.
Kaum hat man auf einem der Sitzplätze Platz genommen, kommt auch schon die Durchsage: „Dieser Zug fährt in Richtung Terminal A, B.“ Und dann sofort die gleiche Ansage noch mal auf Englisch. Mit einem Warnton schließen die Türen und langsam setzt sich der Zug in Bewegung. Links liegen die Terminalhallen, rechts blickt man durch die Röhre, in der sich der Zug jetzt noch befindet, nach draußen zu Parkhäusern und Flughafengebäuden.
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Vorschläge, die in die Serie aufgenommen werden, belohnen wir mit dem Buch „55 Dinge“, das im Frühjahr 2012 erscheint.
Die Fahrtrasse ist in die Terminals integriert. Wie in einem silbernen Schlauch bewegt sich der Zug vorwärts. Kieselsteine liegen im Gleisbett. Im Vorbeifahren sieht man das Logo des Flughafens von der Rückseite und kann einen Blick auf den Eingang der Airport Arkaden werfen. Nach dem Stopp am Terminal A und B taucht der Zug aus dem Schlauch auf und verlässt damit den Boden, der unter ihm war. Wer sich jetzt ganz vorne im Zug hinstellt, hat fast das Gefühl als lenke er den Wagen selbst. In zehn Metern Höhe. Einen Schaffner gibt es nicht.
Gesteuert wird der Zug aus der Leitzentrale des Sky-Train-Betriebsbahnhofs per Computer. Während der Fahrt nimmt man ein leises elektrisches Surren wahr. 2002 ging der von Siemens entwickelte Zug in Betrieb. 115 Millionen Euro hat der führerlose Zug gekostet. In den ersten Jahren gab es viel Ärger. Regelmäßig fiel der Sky Train aus, Passagiere waren eingeschlossen oder verpassten wegen Verspätung ihre Anschlüsse. Grund dafür waren unter anderem fehlerhafte Schweißnähte an Masten, unebene Fahrwerkkonstruktionen oder Ausfälle im elektrischen System. Siemens musste ein Sanierungskonzept vorlegen.
2006 setzte der Sky Train sogar ein halbes Jahr lang aus, weil er repariert wurde. Den letzten Stillstand gab es im Juli 2008, weil sich ein Blech des Trägerübergangs gelockert hatte und klapperte. Bis zu 50 Stundenkilometer kann der Sky Train fahren. Von der Geschwindigkeit merkt man als Fahrgast nur manchmal etwas. Wenn der Zug den Flughafen Bahnhof verlässt, zum Beispiel, wackelt er etwas hin und her und nimmt an Geschwindigkeit zu. An dieser Stelle sieht man gut das Rollfeld. Ein paar Flugzeuge parken hier, und ganz vorne am Zaun steht ein Polizei-Hubschrauber.
Kurz vor der Kurve, hinter der es zum Parkhaus geht, bremst der Zug ab und fährt langsamer. Links liegt die Autobahn A44. Auf der anderen Seite stehen Hangarhallen und das Cargo Center. Der Sky Train quert die Bahngleise. „Gate Gourmet“ steht an einer der vielen trostlosen Containerhallen. Dort wird das Essen für die Fluggäste zubereitet. Schnell rumpelt der Zug über den Kittelbach, der dort entlangfließt. „Parkhaus P4, 5 und 6“ tönt es aus den Lautsprechern im Sky Train.
Und wieder: Dieselbe Ansage folgt in englischer Sprache. Von den fünfeinhalb Minuten, die der Zug vom Flughafen Bahnhof zum Terminal C braucht, ist die Info-Ansage insgesamt gefühlte vier Minuten lang. Der Waggon schaukelt, dann docken die Aussteigflächen an den Wagen an und die Türen öffnen sich. Ein paar Reisende mit Koffern steigen ein. Man hört Niederländisch, Französisch oder eine andere Fremdsprache.
Nach wenigen Sekunden klappen die Aussteigflächen mit einem lauten Quietschen wieder hoch. Senkrecht sind sie an den Türen der Haltestellen befestigt. Ein Surren ertönt. Der Sky Train fährt weiter und erreicht schnell die silberne Röhre. Man ist wieder im Flughafen. Auf der Strecke von zweieinhalb Kilometern fahren insgesamt fünf Züge. Pro Stunde und Fahrtrichtung können bis zu 2000 Passagiere befördert werden.
Der Vorschlag für diese Folge stammt von unserer Leserin Katrina Köhler.
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