"Bonjour Russland“": Mit Gauguin in die Südsee
VON DOROTHEE ACHENBACH - zuletzt aktualisiert: 17.09.2007 - 08:42Düsseldorf (RPO). Die Ausstellung „Bonjour Russland“ im „museum kunst palast“ ist eröffnet. In Zusammenarbeit mit Antenne Düsseldorf stellt die Rheinische Post täglich ein Bild aus der Ausstellung vor. Den Anfang macht Paul Gauguin.
Düsseldorf Heute startet die Rheinische Post gemeinsam mit dem Radiosender Antenne Düsseldorf eine Reihe zur Schau „Bonjour Russland“, die am Wochenende im „museum kunst palast“ eröffnet wurde. Auf Antenne macht sich Christian Ehring Gedanken zu einzelnen Werken. Der Autor und Mitglied des Kom(m)ödchen-Ensembles beleuchtet die französischen und russischen Avantgardebilder ebenso humorvoll wie unkonventionell täglich in der Sendung ab 15 Uhr. Die Rheinische Post wird am selben Tag das jeweilige Bild zeigen und erklären.
Den Anfang der Serie bildet Paul Gauguin, der mit fünf Meisterwerken aus der Sankt Petersburger Eremitage und dem Moskauer Puschkinmuseum in der Ausstellung vertreten ist. 1848 in Paris geboren, verbrachte Gauguin seine Kindheit im peruanischen Lima. Der Vater, ein Journalist, hatte Frankreich aus politischen Gründen verlassen. Ab 1865 fuhr Gauguin zur Südsee, nach 1871 arbeitete er in Paris als Börsenmakler. Beruflich erfolgreich, heiratete er 1873 die Dänin Mette- Sophie Gad, mit der er fünf Kinder haben sollte.
Fasziniert von Kunst, nahm Gauguin Unterricht und stellte 1879 erstmals ein Bild im Pariser Salon aus. 1879 wurde er eingeladen, an der vierten Gruppenausstellung der Impressionisten teilzunehmen. Nachdem er an weiteren vier Ausstellungen teilgenommen hatte, wandte sich Gauguin - seit 1882 lebte er als freischaffender, jedoch von Geldsorgen geplagter Künstler - einer symbolistischeren Richtung zu und bildete in der Bretagne den Mittelpunkt der „Schule von Pont Aven“. 1888 erlebte er in Arles eine dramatisch verlaufende Freundschaft mit Vincent van Gogh. Mit dem so genannten synthetischen Stil schuf Gauguin eine eigene, unverwechselbare und sehr einflussreiche Bildsprache, doch der finanzielle Erfolg blieb aus. 1891 - seine Frau war mit den Kindern nach Kopenhagen zurückgekehrt - reiste er auf der Suche nach einem ursprünglichen Leben erstmals für zwei Jahre in das von ihm als „unbeachtetes Paradies“ beschriebene Tahiti, 1895 kehrte er für immer in die Südsee zurück.
Das Bild „Frauen am Meeresufer - Mutterschaft“ entstand im Jahr 1899. Wir sehen drei eingeborene Frauen. Eine hält einen Obstkorb im Arm, eine zweite weiße Blüten. Die Dritte kauert am Boden und stillt ihr Kind. Das in mattem, warmem Orangerot und kontrastreichem Blaugrün und Braun gehaltene Bild strahlt große Ruhe aus. So, als würde die Zeit still stehen. Die Farben der Gewänder gehen in die Landschaft und in die Lagune im Hintergrund über - die drei Frauen sind eins mit der Natur.
Das Thema der stillenden Mutter erinnert an klassische Darstellungen der Muttergottes mit dem Jesuskind. Der direkte, unverstellte Blick zweier Frauen auf den Betrachter erscheint wie eine Aufforderung zum Innehalten, zur Andacht. Gauguin verewigte auf diesem Bild seine blutjunge Lebensgefährtin Pahura, die ihm im gleichen Jahr einen Sohn geboren hatte. Der Maler nannte ihn Émile - genauso wie seinen ältesten Sohn aus der gescheiterten Ehe mit Mette. Paul Gauguin starb 1903, herz- und syphiliskrank, verarmt auf den Marquesas-Inseln.
DieAusstellung läuft bis 9. Januar im „museum kunst palast“, Ehrenhof 4-5, Düsseldorf, Mo. bis So. 10 bis 20 Uhr
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