Kämpferin gegen Kindesmissbrauch: Mittagessen mit Stephanie zu Guttenberg
VON A. KRONEMEYER UND K. SCHUMILAS - zuletzt aktualisiert: 26.08.2010 - 10:33Düsseldorf (RPO). Stephanie zu Guttenberg, Ehefrau von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, warb gestern in Düsseldorf für die Arbeit des Vereins „Innocence in Danger“, der Kinder vor Missbrauch schützen soll. Zuvor war sie in Neuss, um die Kampagne „Zeig’ die rote Karte“ zu unterstützen.
Es war ein eleganter Rahmen für einen ernsten Anlass: In modischen Cocktailkleidern, mit teurem Schmuck und feinen Handtaschen waren gestern 60 Frauen zum „Ladies Lunch“ ins Düsseldorfer Interconti-Hotel gekommen, um bei Zucchini-Crostini, Melonenspießchen und Milchkalbsfilet Freifrau Stephanie zu Guttenberg zuzuhören. Die Ehefrau von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg war in die Landeshauptstadt gekommen, um über das Engagement von „Innocence in Danger“ im Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch zu informieren.
Als Präsidentin der deutschen Sektion setzt sich zu Guttenberg bereits seit Jahren ehrenamtlich intensiv für den Verein ein, sammelt bundesweit Spenden und tritt bei Kunstwochen mit Missbrauchsopfern auf. Mit seinen Projekten unterstützt „Innocence in Danger“ die Arbeit von Institutionen und anderen Vereinen, die über sexuellen Kindesmissbrauch aufklären, präventive Arbeit leisten und gegen die Verbreitung pornographischer Fotos von Minderjährigen im Internet kämpfen.
Heirat Karl-Theodor zu Guttenberg und seine Frau Stephanie sind seit 12. Februar 2000 verheiratet. Sie ist eine Ururenkelin Otto von Bismarcks.
Finanzen Das Familienvermögen der Guttenbergs wird auf mehrere hundert Millionen Euro geschätzt.
Engagement Stephanie zu Guttenberg setzt sich gegen Kindesmissbrauch ein.
Im schlichten, aber eleganten dunkelblauen Kleid sprach zu Guttenberg beim „Ladies Lunch“ sehr offen über das Thema Kinderpornographie und gab Ratschläge, wie Eltern ihre Kinder vor Missbrauch schützen können. So sollten sie ihnen beispielsweise erklären, dass sie ein Recht auf ihren eigenen Körper haben und dass sie ihren Onkel nicht küssen müssen, wenn sie es selbst nicht wollen. Zu Guttenberg wies aber auch darauf hin, dass den Kindern oftmals nicht geglaubt werde: „Viele Betroffene müssen erst mehrfach von einem Vorfall erzählen, bis ihre Eltern ihnen glauben.“
Zu Guttenberg weiß, wovon sie spricht: Die 33-Jährige hat ein Buch mit dem Titel „Schau nicht weg“ über das Kinderhilfs-Projekt und die Arbeit mit Kindern geschrieben, das im September erscheint. Der Titel gibt ihr eigentliches Anliegen wieder: Erwachsene sollen nicht wegsehen, sondern Kinder ernst nehmen, sensibel auf sie reagieren. Sie plädiert deshalb auch für eine gezielte Fortbildung von Lehrern oder Mitarbeitern in psychosozialen Einrichtungen.
Beim „Ladies Lunch“ konnte zu Guttenberg erfolgreich für die Belange der Kinderhilfsorganisation werben. Das Unternehmen Henkel spendete einen Scheck in Höhe von 5000 Euro an „Innocence in Danger“. Insgesamt kamen mehr als 12 000 Euro Spenden zusammen. Von der Künstlerin Kate Waters erhielt zu Guttenberg eine Madonnenstatue. 30 Figuren werden jetzt im Porzellanhaus Franzen an der Königsallee zu Preisen zwischen 2900 und 3400 Euro verkauft, die herstellende Firma Göbel spendet pro verkaufter Madonna 100 Euro an das Projekt „Innocence in Danger“.
Der „Ladies Lunch“ war gestern nicht der einzige Termin, bei dem sich die Minister-Gattin gegen den Missbrauch von Kindern einsetzte. Vor dem Treffen in Düsseldorf war zu Guttenberg in Neuss zu Gast, um die Kampagne „Zeig’ die rote Karte“ des Kreises zu unterstützen, die sich gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch gegenüber Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen richtet.
Bescheiden, aber mit Nachdruck machte zu Guttenberg deutlich, wie viel ihr an ihrem Einsatz liegt. Auf die Höflichkeitsfloskel von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der sich „glücklich schätzte“, sie für den Start gewonnen zu haben, erwiderte sie entschlossen: „Nein, ich bin geehrt, hier sein zu können.“ Das neue Projekt im Kreis Neuss sei sehr wichtig: „Sexueller Missbrauch in Sportvereinen ist an der Tagesordnung.“
Die Region um Neuss und Düsseldorf ist zu Guttenberg übrigens nicht unbekannt. Sie war während ihrer Studienzeit öfters hier, wie sie nebenbei erzählte. „Ich arbeitete damals auf Messen in Düsseldorf und wohnte in Meerbusch.“ An die vielen Staus auf dem Weg könne sie sich noch gut erinnern.
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