Fachmesse CPD: Mode am Standort Düsseldorf
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 20.07.2010 - 07:35Düsseldorf (RPO). Rund um die Modemesse Collection Première Düsseldorf (CPD), die am Sonntag beginnt, dreht sich in der Landeshauptstadt alles um textile Trends. Die Messe schrumpft zwar seit Jahren, der Modestandort mit seinen hunderten Showrooms funktioniert dennoch. Einige Stimmen zur Stimmung.
Zuversicht – darauf setzt Philipp Kronen in diesen Tagen. Seit eineinhalb Jahren ist der 44-jährige Diplom-Kaufmann Chef der Igedo Company und somit Veranstalter der Modemesse Collection Première Düsseldorf (CPD). Die Schau beginnt am kommenden Sonntag "mit fünf Prozent mehr Ausstellern als vor einem Jahr", wie Kronen und sein Team voller Optimismus betonen. Sie sehen darin eine Trendwende für die einst weltweit größte Modemesse, die nun nur noch drei Messehallen füllen wird.
Noch vor wenigen Jahren waren es viermal so viele Hallen. Das lässt sich wohl nie mehr erreichen, weiß auch Kronen. Der Markt hat sich verändert, die Zahl der textilen Produzenten und Einzelhändler ist gesunken – damit ist auch der Kreis potenzieller Aussteller und Fachbesucher kleiner geworden. Der Rhythmus von zwei Kollektionen pro Jahr (Herbst/ Winter und Frühjahr/ Sommer), der auch die CPD-Termine bestimmt, wird konterkariert durch große Modeketten, die jederzeit neue Kollektionen auf den Markt bringen können. Und dann ist da noch Berlin, das Düsseldorf den Rang als Modehauptstadt Deutschlands ablaufen will.
CPD Fachmesse, vom 25. bis 27. Juli auf dem Messegelände
Fashion-Dome (Victoriaplatz 1) Für alle Interessierten gibt es am Sonntag, 25. Juli, von 12 bis 20 Uhr die Möglichkeit im „Pop-up-Store“ Designer-Mode zu kaufen.
Fashion High Street 70 Boutiquen, Designer-Ateliers, Galerien und Kneipen stehen am Samstag, 24. Juli, im Zeichen der Mode (Liste: www.voices-of-fashion.de )
Party Tigha lädt am Samstag, 24. Juli, ab 21.30 Uhr zur Fashion Night in die Rudas Studios, Kaistraße 7-9
Kronen ist dennoch optimistisch, die Düsseldorfer Modemesse wieder auf Erfolgskurs zu bringen: "Die CPD hat ein klares Profil, das nicht an der Größe, sondern am Inhalt gemessen wird." Dazu gehöre, sich auf Damenmode zu konzentrieren; von Herren-, Dessous- und Bademode hat sich die Igedo nach und nach getrennt. Dafür soll nun Schwerpunkt werden, was einst eher nebenher lief: Accessoires und die Fashion Gallery mit jungen Designern. "Das sind wichtige Säulen, die wir ausbauen müssen."
Für ein Problem hat jedoch auch Kronen keine Idee: Viele Aussteller und Besucher empfinden die Atmosphäre in den Hallen nicht mehr als zeitgemäß. "Wenn es eine Alternative zum Messegelände gäbe, würden wir das sofort unterstützen", sagt der Igedo-Chef. Bisher sei man jedoch nicht fündig geworden. Auch die Idee von OB Elbers, die CPD in Zelte in Rheinnähe zu verlagern, hält Kronen für nicht realisierbar: "In einem gut ausgestatteten Zelt kostet der Quadratmeter 500 Euro, auf dem Messegelände hingegen 150 Euro." Während der Februar-CPD hatte die Igedo dennoch ein ausgelagertes Premium-Konzept unter dem bezeichnenden Titel "The Showroom" angekündigt – und musste es nur wenige Wochen später wieder absagen: Die dafür vorgesehene Halle am Belsenplatz steht wegen des Wohnviertels Belsenpark, das dort gebaut werden soll, steht nicht ausreichende Zeit zur Verfügung.
Hans-J. Wiethoff, in dessen Fashion Square die meisten Düsseldorfer Showrooms organisiert sind, kann über solche Versuche nur lächeln. "Es wäre schön, wenn eine Modemesse etabliert würde, die lebensfähig ist und hilft, den Modestandort neu zu beleben", sagt Wiethoff. Deshalb hat er sich – analog zu den Veranstaltungen in New York und Berlin – schon mal den Namen "Fashion Week Düsseldorf" schützen lassen. Unter diesem Dach könnten sich seiner Ansicht nach sämtliche Showrooms, das Fashion House Düsseldorf und das Fashion House in Neuss organisieren. "Mit 100 000 Quadratmetern wäre das dann die größte Mode-Gemeinschaft Europas." Auf dieser Basis ließen sich auch leichter industrielle Sponsoren finden.
Genau darum ging es auch bei einer Diskussion des Marketingclubs zur "Mode-DNA von Düsseldorf" mit Werbe- und Marketingfachleuten, Geschäftsleuten und Kreativen. "In die Fashion Week Berlin würden wir sofort als Sponsor reingehen", sagte Tina Müller von Henkel/ Schwarzkopf. Düsseldorf habe jedoch zurzeit nicht dieselbe Strahlkraft, "dabei sitzt hier die Kaufkraft". "Es gibt in Düsseldorf nicht genügend Inszenierung für das Produkt Modemesse", so Adrian Kiehn (Peek & Cloppenburg) auf demselben Podium. "Deshalb auch der Trend zu Showrooms." Tina Müller betonte: "Wenn es ein gutes Konzept gibt, fließt auch Geld."
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