CPD: Mode wird rockig und kuschelig
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 18.01.2010 - 18:42Düsseldorf (RPO). Auf der Modemesse CPD wird ab 7. Februar gezeigt, was nächsten Winter in ist. Die Schau ist - auch wegen der Konkurrenz in Berlin - in den vergangenen Jahren extrem geschrumpft. Die Veranstalter geben sich dennoch optimistisch und betonen die Wichtigkeit des Standorts.
Der nächste Winter wird modisch gesehen vielfältig und voller Gegensätze. Der eine Trend steht für Sanftheit: fließende, weiche Stoffe in Grau, Beige, Hummer und Apricot. Pelze werden zu Strickjacken kombiniert, Tuniken mit Pailletten abendtauglich gemacht.
Der zweite Trend demonstriert Härte: Schwarz dominiert, Nieten zieren in Rocker-Manier Lederjacken, die Schultern sind breit. Dazu trägt Frau weiße Blusen und ultrahohe Pumps. Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Modeinstitut spricht sogar von „aggressiver Präsenz”, die modebewusste Damen ausstrahlen werden.
Aggressive Präsenz kann man der Modemesse CPD (Collections Premieren Düsseldorf), die vom 7. bis 9. Februar auf dem Gelände in Düsseldorf stattfindet, nicht mehr attestieren. Nachdem sich die Veranstalter von der Igedo Company 2009 von den Segmenten Herren (HMD), Wäsche und Bademode (Bodylook) sowie Global Fashion verabschiedet haben und sich auf den Kernbereich Damenmode konzentrieren, füllt die CPD diesmal nur vier Hallen. Es ist das Ergebnis eines bereits Jahre dauernden Schrumpfungsprozesses. 2003 war die Ausstellungsfläche noch dreimal so groß.
Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig: Die CPD hat keine neuen Impulse mehr gegeben, Marken sind in Showrooms abgewandert, der Rhythmus des auch krisengeplagten Marktes hat sich verändert. Und in Berlin ist mit der von Mercedes gesponserten „Fashion Week” und der aus Barcelona zurückgekehrten Trendmesse „Bread & Butter” eine ernst zu nehmende Konkurrenz entstanden.
Philipp Kronen, seit einem Jahr geschäftsführender Gesellschafter der Igedo, will das Ruder dennoch herum reißen und gibt sich zuversichtlich. Kronen räumt zwar ein, dass die Absage der HMD und der Bodylook schmerzhaft gewesen sei, verspricht aber, dass „2010 ein Jahr der guten Nachrichten” wird.
So habe man sich für eine neue Optik bei den Ständen entschieden, die Zahl der Aussteller in der im Sommer 2009 erstmals angebotenen Italian Suite verdoppelt und mit dem Segment Luxury ein neues, gehobenes Segment inklusive Champagner-Bar und mit Maternety den Aspekt Umstandsmode eingeführt.
„Eine revolutionär neue Messe wird es aber nicht geben”, sagt Kronen. Es sei naiv, zu glauben, dass die CPD wieder - wie einst - mehr als zehn Hallen belegen könnte. 15.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche seien angesichts der Marktlage ein „guter Erfolg”. Weshalb nun mit Netto- und nicht wie bisher mit Bruttoflächen (Februar 2009: 29.000 Quadratmeter) operiert wird, sagt er nicht.
Was den Modestandort angeht, sind sich alle einig: „Mode ist für Düsseldorf extrem wichtig”, sagt Jörg T. Böckeler, Chef des Interconti an der Kö, das diesmal als Fashion-Hotel mit Shuttle-Service zur und von der Messe sowie dem CPD-Club in der hauseigenen Bar mit im Boot ist. „Der Modestandort Düsseldorf ist immens wichtig”, betont Siegfried Jacobs vom Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels. Und auch vom Trendexperten Müller-Thomkins gibt‘s ein „Die Aufteilung der Messe ist jetzt sehr zeitgemäß.”
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