CPD-Auftakt 2010: Modemesse auf dem Prüfstand
VON DENISA RICHTERS UND DAGMAR HAAS-PILWAT - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 11:14Düsseldorf (RPO). Das über die Stadt verteilte Rahmenprogramm war ein Erfolg, die Showrooms gut besucht. Auf der Modemesse CPD war die Stimmung bei Ausstellern und Fachbesuchern durchwachsen. Die CPD-Veranstalterin Igedo will im Sommer mit einem eigenen Showroom-Angebot punkten.
In der Stadt feiert die Mode Party, auf dem Messegelände herrschen gemischte Gefühle so läßt sich die Stimmung des Wochenendes beschreiben, an dem die in schwieriges Fahrwasser geratene Modemesse Collection Premieren Düsseldorf (CPD) begann.
Besucherzahlen veröffentlichte die veranstaltende Igedo Company nach dem ersten Tag jedoch nicht. In vier Hallen spielt sich auf dem Messegelände das Geschehen ab und die werden nicht einmal komplett gefüllt: Große, leer stehende Bereiche wurden geschickt abgetrennt, damit alles kompakter wirkt. „Die Messe ist gut, aber sie wird immer kleiner, ist eigentlich schon zu klein”, sagt Jaikaran Singh, der die CPD seit 20 kennt und nun als Agent das schwedische Modelabel Saki vertritt.
Wann Noch bis einschließlich morgen auf dem Messegelände
Wer 591 Aussteller mit 1010 Kollektionen
Veranstalter Igedo Company, 1949 gegründet als „Interessengemeinschaft Damenoberbekleidung“; die Messe Düsseldorf hält mehr als 80 Prozent an der Igedo
Eine Halle weiter, in der äußerst gut besuchten Fashion Gallery, zeichnet die Berliner Designerin Annett Röstel, die seit 1995 auf der Düsseldorfer Modemesse vertreten ist, ein ganz anderes Bild: „Bei uns ist so viel los besser geht‘s nicht.” Die meisten seien Stammkunden, Neu-Einkäufer seien aber auch gekommen. „Das ist der Grund, weshalb ich zur CPD komme und mich nicht auf meinen Berliner Showroom beschränke”, sagt Röstel. Viele ihrer Kunden sparten sich aber inzwischen die Reise zur CPD.
Für Hanna Jentsch, die in der Nähe von Linz ein „Spezialfachgeschäft für Mode” führt, ist Berlin jedoch keine Alternative. Der Grund ist ihre Stamm-Marke „Rundholz”, die mit einem Laden an der Hohe Straße und einem Ableger auf der CPD vertreten ist. Seit vielen Jahren reist Jentsch zur CPD freitags an und Sonntagabend wieder ab. Ein Besuch auf der Königsallee gehört für sie ebenso dazu wie der Sonntag auf der Messe: „Ich werde ihr auch weiterhin die Treue halten, denn sie ist für mich ein Platz der Kommunikation und Information.” Das war sie einst auch für Vito de Silvio aus Bergisch Gladbach.
„Langweilig” findet der Inhaber mehrerer Geschäfte die CPD inzwischen. Es fehle die Atmosphäre, die Berlin längst biete. Für ihn steht fest: „Ich werde nicht mehr wiederkommen.” Dass Mode in Düsseldorf funktioniert, zeigen zahlreiche Beispiele: Die zum „CPD Club” gewandelte Bar des Interconti an der Kö war gut besucht und die kreative Mode- und Gastro-Szene in Flingern war im Rahmen des von der städtischen Wirtschaftsförderung zur Stärkung des Modestandorts initiierten Konzepts „Voices of Fashion” offizieller Teil des Modespektakels.
Junge Designerinnen wie Tina Miyake und Marion Strelow, aber auch alte Hasen wie Norman Icking waren begeistert: „Endlich nimmt man uns Düsseldorfer Modemacher ernst.” Bei der „Whisper Lounge” trafen sich im Foyer des Schauspielhauses erstmals Stadtobere, Kreative und Messemacher mit dem Ziel, den Modestandorts voranzubringen.
„Die City steckt voller Energie”, sagt Wirtschaftsdezernent Wilfried Kruse und verkündet, dass das Land NRW die 300 000 Euro Zuschuss für den jüngst gegründeten Verein Fashionnet bewilligt hat.
In den Fashion Häusern an der Danziger Straße war der Andrang bereits Freitag groß. Margitte Schweden mit ihrem Label Margittes und Barbara Schwarzer mit ihrer gleichnamigen Marke starteten dort zufrieden in die neue Orderrunde. Für Claus Dieter Lahrs, Chef der Marke Boss, ist sein Showroom im Medienhafen der Verkaufsplatz Nummer eins. „Hierher kommen alle, unabhängig von unseren Events in Berlin oder New York.” Glamour pur bot das italienische Luxuslabel Fay in der Galerie Kai 10 im Hafen.
Im NRW-Forum gelang es mit Viktor & Rolf und der Band „Kreidler” zu zeigen, wie eng Mode, Kunst und Musik verzahnt sind. „Ein Pfund, mit dem Düsseldorf wuchern kann, diese Kreativwirtschaft ist einmalig in Deutschland”, so Adrian Kiehn von Peek & Cloppenburg. Kreativ zeigt sich auch die Igedo: Nachdem sie viele Jahre die Showrooms als unerwünschte Konkurrenz bekämpfte, eröffnet sie zur Sommer-CPD am Belsenplatz den „Impulse.Showroom”. „Wir reagieren damit nur auf Wünsche”, sagt Igedo-Sprecher Thomas Kötter.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





