"Igedo Fashion Fairs": "Modemesse ist auch Bussi-Bussi"
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 08.04.2009 - 07:35Düsseldorf (RPO). Igedo-Chef Philipp Kronen will die seit Jahren schrumpfenden "Igedo Fashion Fairs" auf Damenmode reduzieren, als Info-Plattform für den krisengeplagten Handel etablieren und so wieder auf Kurs bringen. Zudem soll die CPD wieder in der Stadt sichtbar werden – mit einer Modenschau.
Drei Messen, also bis Sommer 2010, will der neue Chef der Igedo-Company, Philipp Kronen, sich Zeit geben, um zu prüfen, ob das neue Konzept für die Modemesse greift. Kronen hat die Schau von dem nur schleppend laufenden Herren-Segment HMD getrennt, will sie ab Juli auf Damenmode und fünf Hallen reduzieren. Die Modemesse legt damit auch ihren Namen "Igedo Fashion Fairs" ab und heißt wieder CPD (Collections Premieren Düsseldorf). Das Angebot soll hochwertiger werden, bereits bei der Messe vom 26. bis 28. Juli will Kronen neue Marken präsentieren.
"Daran werde ich mich messen lassen", sagt der 43-Jährige und gibt zu: "Wir müssen kämpfen, das ist die letzte Möglichkeit." Denn die Situation hat sich seit der Glanzzeit, als die CPD noch fast das komplette Messegelände füllte, verändert: Die Zahl der Besucher und die Ausstellungsfläche sind seit 2003 auf ein Drittel gesunken.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Die CPD hat keine neuen Impulse mehr gegeben, Marken sind in Showrooms abgewandert, der Rhythmus des auch krisengeplagten Marktes hat sich verändert. Und: In Berlin ist mit der von Mercedes gesponserten "Fashion Week" und der aus Barcelona zurückgekehrten Trendmesse "Bread & Butter" eine ernst zu nehmende Konkurrenz entstanden.
Trendforum für den Handel
Der will Kronen nun mit einem neuen Konzept begegnen: Für die Einkäufer soll die CPD eine wichtige Informationsplattform werden. "Angesichts niedriger Umsätze ist es für den Handel wichtig, keine kaufmännischen Fehlentscheidungen zu treffen." Auch die Showroom-Betreiber versucht man auf die Messe zu locken. "Denn es gibt keine Firma, die den Standort Düsseldorf verlassen hat", betont Kronen.
Ihnen soll die Messe-Präsenz mit der Möglichkeit von Neukunden-Werbung schmackhaft gemacht werden. "Denkbar ist, dass Hersteller sich nur mit einem Teil der Kollektion oder neuen Kollektions-Segmenten präsentieren", sagt Kronen – als Appetithäppchen für den Showroom-Besuch. "Der Stand muss aber leben, dort dürfen nicht nur Visitenkarten verteilt werden."
Bei den Kontakten zu den Showrooms setzt Kronen vor allem auf Mirjam Dietz, die zuletzt für den Showroom-Vertreiber "Fashion Square" gearbeitet hatte, als Executive Director Fashion in den Schoß der Igedo zurückgekehrt ist und derzeit "viele Gespräche führt". Denn, so Kronen, "Modemesse ist auch Bussi-Bussi". Die seit Jahren immer wieder angemahnte Prise Glamour soll zur CPD wieder durch die Stadt wehen. Dabei helfen will Albert Eickhoff, der Modezar von der Kö. "Die Kontakte, die er hat, hat keiner von uns", betont Kronen.
Eickhoff habe ihm seine Hilfe angeboten. Jedoch bleiben die Glamour-Partys Aufgabe des neu gegründeten Vereins "Fashion Net Düsseldorf", an dem unter anderen Stadt und Igedo beteiligt sind. Vielleicht wird es irgendwann wieder eine Modenschau auf der Kö geben: "Man muss dieses öffentliche Bedürfnis bespielen. Ich will deshalb mit P & C und Kaufhof sprechen."
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