Igedo: Modemesse ohne Herren
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 02.04.2009 - 07:34Düsseldorf (RPO). Nur einen Tag nach der Gründung ein neues Netzwerks zur Stärkung des Modestandorts wird bekannt, dass die Modemesse weiter schrumpft: Man trennt sich vom Männersegment, zeigt Damenmode nur noch in vier Hallen.
Gehe zurück auf Start, heißt es beim Brettspiel Monopoly. Das scheint auch das Motto der Düsseldorfer Modemesse-Macher zu sein. Denn blumig formuliert verschickte die Igedo Company nun die Mitteilung, dass man sich ab dem Sommer eine moderne Ausrichtung geben und mehr das aufgreifen wolle, was die Modemetropole Düsseldorf ausmache: "Chic, Style und Sinnlichkeit."
Fast nebenbei wird erwähnt, dass sich die Igedo künftig und erstmals vom 26. bis 28. Juli ausschließlich auf Frauenmode konzentrieren und das Vier-Säulen-Konzept der "Igedo Fashion Fairs" nicht weiterverfolgen werde.
Im Klartext bedeutet dies das Aus für die Herrenmode in Düsseldorf – zumindest auf dem Messegelände. Denn, so heißt es weiter, die Männermode werde "ihren Platz in den Showrooms der Stadt behalten".
Die vier Säulen sollen somit auf eineinhalb schrumpfen, nachdem die Wäschemesse "Body Look" nur noch im Sommer dabei ist und außer dem Herren-Segment HMD auch der Produktions-Bereich "Global Fashion" still ausgegliedert worden ist.
Mit dem Rückzug auf die Damenmode benennt sich die Modemesse nun auch konsequent zurück, heißt jetzt wieder CPD, Collections Premieren Düsseldorf, so wie seit 1982 und noch vor sieben Jahren, bevor man Köln die Herrenmode abnahm. Damals belegte die Modemesse noch 13 bis 14 Hallen auf dem Messegelände. In Februar dieses Jahres waren es bereits nur noch fünf, im Sommer werden es nur noch vier sein.
"Geld verdient haben wir nicht"
"Wir haben viel Geld und Personal in die HMD gesteckt", sagt Igedo-Sprecher Thomas Kötter, "Geld verdient haben wir damit jedoch nicht." Seien es anfangs rund 150 Aussteller gewesen, habe man beim letzten Mal nur noch rund 60 Aussteller mit 100 Kollektionen gezählt. Einige Aussteller waren in Showrooms abgewandert, zum Beispiel in die Halle 29 in Rath.
Jahrelang hat man darum gekämpft, sie wieder aufs Gelände zu holen. Ohne Erfolg. Inzwischen sitzt man an einem Tisch: Erst am Dienstag gründeten Vertreter von Stadt, Igedo, Messe und Showrooms den Verein "Fashion Net Düsseldorf", der mit einem Millionenbetrag in den nächsten drei Jahren für die Modestadt werben, aber auch Aktivitäten bündeln soll.
"Mit der Neuausrichtung schlagen wir einen neuen, überfälligen und mit Sicherheit einzig richtigen Weg ein", sagt Igedo-Chef Kronen. Die Juli-Messe stelle nur einen ersten Meilenstein dar, der Prozess werde sich über mehrere Saisons hinziehen. "Wir sind aber felsenfest überzeugt, dass unser neues Angebot vom Markt angenommen wird."
Dafür soll auch das neue Premium-Segment "Impulse" sorgen, eine Plattform für Edel-Marken und eigens eingeladene Einkäufer. Dies sei direkt gegen Berlin gerichtet, sagt Kötter. In der Hauptstadt, die mit Fashion Week und "Bread & Butter" als direkte Konkurrentin Düsseldorfs gilt, gibt es ebenfalls ein Edel-Segment, die "Premium".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





