Lawrence Schiller fotografierte Hollywood-Legende: Momente mit Marilyn
VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 19.07.2007 - 09:04Düsseldorf (RPO). Lawrence Schiller war der letzte Fotograf, der Marilyn Monroe vor ihrem Tod verewigte. Wochenlang begleitete er die Schauspielerin am Filmset von „Something’s Got to Give“. Die Serie zeigt nun die Galerie Beck&Eggeling - dies ist ein Debüt für den Fotografen Schiller in Europa.
Wenn Lawrence Schiller dieser Tage reist, hat er immer eine Digitalkamera dabei. Mit seinen 71 Jahren verspürt der berühmte Fotograf das Bedürfnis, die Bilder seiner unzähligen Trips, die er bis heute weltweit einlegt, privat festzuhalten und zu archivieren. Das war nicht immer so. „In den 50er Jahren zum Beispiel machte ich Aufnahmen von Konrad Adenauer“, erzählt der Amerikaner, der mit seiner Frau bis morgen in Düsseldorf weilt. „In welcher Stadt genau die Fotos mit ihm entstanden sind, habe ich leider nicht mehr präsent.“
Im Falle Marilyn Monroe funktioniert das Gedächtnis jedoch auch ohne Hilfsmittel: Es war 1962, als Lawrence Schiller das Angebot bekam, „die Monroe“ abzulichten. Und gleich bei ihrem ersten Treffen bemerkte er: „Trotz ihres leidvollen Lebens war sie frisch, fast kindlich. Und ihr Körper in Bestform.“ Sie war damals 36, der junge Schiller gerade mal 26. „Das war bei ihr Gesetz - viele ihrer Fotografen waren jünger“, sagt der Künstler.
Und vielleicht erzeugte gerade der Altersunterschied jene Ungezwungenheit, die die Blondine eines Abends am Set von „Something’s Got to Give“ an den Tag legte. Zuerst planschte sie etwas im Pool herum. Als sie herauskam, war sie plötzlich nackt. Marilyn gab dem jungen Fotografen damit eine Chance, schenkte ihm einen privaten Moment.
„Das Beste daraus zu machen lag allein an mir“, erklärt Schiller. „Als Fotograf hast du nur einen einzigen Moment, in dem du all dein Talent brauchst und auf den Auslöser drückst.“ So füllte der Künstler viele, viele Filmrollen mit Marilyn Monroe. Immer auf der Suche nach dem perfekten Licht, das sich zum richtigen Augenblick mit Monroes Körper einzigartig vermählte.
Die Serie „Marilyn“ zählt zweifellos zum Höhepunkt der fotografischen Arbeit Schillers. Das wohl bekannteste daraus war Juni 1962 auf der Titelseite des „Life“-Magazins erschienen - Marilyn eingehüllt in einen dicken blauen Frottee-Bademantel.
Zusammen mit der Fotostrecke „The ’60s“, bei der Schiller Stars der 60er Jahre ablichtete, ist das Werk des Fotografen erstmals in Europa zu sehen. Die Galerie Beck&Eggeling präsentiert die ausgewählten Arbeiten des Fotojournalisten. Heute Abend ist Vernissage, bei der Lawrence Schiller selbstverständlich zu Gast sein wird.
Bekannt wurde der aus New York stammende Fotograf auch als Regisseur und Publizist. 1972 veröffentlichte er das Buch „Marilyn“. Ja, er hat sie kennen gelernt wie nur wenige andere, und deshalb kann Schiller über die Monroe das Unerwartete sagen: „Im Grunde wollte sie Mutter sein. Das war ihr wichtiger als alles andere.“
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