Einzelhandel zufrieden: Nach dem Fest ist vor dem Fest
VON SONJA SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 28.12.2007 - 08:17Düsseldorf (RPO). Nach den Feiertagen zog es gestern viele Menschen zum Einkaufen und Bummeln in die Stadt. Da Geschenke oft kein Geheimnis mehr sind, gibt es immer weniger Umtauschaktionen. Der Einzelhandel war zufrieden.
Weihnachten ist das Fest der Familie, die Tage danach gehören den Freunden. Und die treffen viele gerne in der Stadt. Zum Beispiel Björn Buch. Der 26-jährige Banker arbeitet in London. Aber die Weihnachtszeit nutzt der 26-jährige Kaarster, um alte Freunde in Düsseldorf wieder zu sehen. Alexej Lücke, 23, der in Maastricht studiert, ist einer davon. Gemeinsam waren sie gestern Nachmittag im Sevens auf dem Weg zu Saturn. Nicht, um dort etwas zu kaufen. „Wir treffen uns da mit einem Freund.“ In der Tüte von Alexej Lücke befindet sich eine Packung Donuts und ein Netzteil fürs Handy. Vorher hatten sie bei Zara nach Angeboten geschaut, aber nichts Passendes gefunden.
So wie sie waren gestern Scharen von Menschen in die Innenstadt gefahren: um Tapetenwechsel zu bekommen, zu bummeln und ein bisschen einzukaufen. Die Zeit der großen Umtauschaktionen nach den Weihnachtsfeiertagen scheint vorbei. Noch vor zehn Jahren hatten die Kaufhäuser dazu eigens Personal eingestellt. „Die Abstimmung über das, was geschenkt werden soll, ist besser - und die Kunden kaufen bewusster“, sagt Dirk Henckel, Geschäftsführer von Saturn. „Der Trend zum Umtausch geht zurück“, bestätigt Günther Knie, Geschäftsführer vom Kaufhof an der Kö. Wenn, würden eher kleine Sachen umgetauscht, wie ein doppelt geschenkter MP3-Player.
Wer Geld schenkt, macht nichts verkehrt. Und so gehörten gestern die Düsseldorfer Schülerin Caroline Lehmann, 17, mit ihren beiden Freundinnen Farina Luner, 17, und Laura Vieten, 18, zu denjenigen, die nach attraktiven Angeboten stöberten. „Ich habe nach schöner Wäsche gesucht, aber in den kleinen Größen war schon alles weg“, sagt Caroline Lehmann. Eine neue Druckerpatrone hatte sie aber schon im Gepäck. Wer wie Verena Damm ganz zielgerichtet nur etwas besorgen wollte, dem war es schnell zu rummelig. Die 32-jährige Juristin aus Düsseldorf hatte zwar bei Peek & Cloppenburg einen neuen Pullover gefunden, aber blieb bei der Schuhsuche erfolglos. „Wir gehen gleich wieder. Es ist zu voll.“
Zu voll war es auch Arnd und Christiane Westhoff, 37 und 39, aus Haan. Die beiden selbständigen Consultants nutzten die freie Zeit, um sich im Stilwerk nach Tisch und Stühlen umzuschauen und bei Saturn nach einem Flachbildfernsehgerät. „Das Schlimmste war die Parkplatzsuche, wie immer“, sagt er. „Nächstes Mal fahren wir lieber an einem ganz normalen Montagmorgen in die Stadt.“
Aus Bocholt mit den Zug angereist waren Bastian von den Benken, 23, Versicherungskaufmann, und Azubi Tobias Gessner, 20. „Wir gehen heute Abend noch einen trinken und treffen uns mit sieben anderen in der Altstadt“, sagt Bastian von den Benken, der wie sein Freund mit Tüten aus verschiedenen Textil-Läden bepackt ist.
Und auch für Niederrheiner ist die Kö nach den Feiertagen eine Reise wert. Ruth Hanke, 71, Rentnerin aus Moers, führte mit ihrem Mann ihren Schwiegervater aus Aachen zum Geburtstag groß aus, bei Heinemann und in der Altstadt.
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