Räumdienst: Nach dem Schnee: Kritik an Awista
VON MICHAEL BROCKERHOFF UND HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 23.12.2009 - 07:07Düsseldorf (RPO). Zwei Tage nach dem Wintereinbruch hatte sich die Lage gestern zwar entspannt. Fußgänger mussten aber durch knöcheltiefen Schneematsch waten. Die Awista verteidigt sich und weist Vorwürfe wegen des angeblich schlechten Räumkonzepts zurück.
Die Kritik an der Awista wegen ihres Einsatzes gegen die Schneemassen reißt nicht ab. Zahlreiche RP-Leser sind der Meinung, dass die Schneeräumer mit der Lage nicht fertig wurden und wichtige Straßen zu lange nahezu unpassierbar waren. Der Vorsitzende des Ordnungs- und Verkehrsausschusses (OVA), Andreas Hartnigk (CDU), wird bei der nächsten Sitzung des OVA die Awista auffordern, ihr Räumkonzept zu erläutern. Hartnigk: "Ich hatte am Sonntag und Montag den Eindruck, dass das Angebot der Awista stark eingeschränkt war. Ich will einfach mal erklärt haben, nach welchen Prioritäten geräumt wird."
Was er damit meint, ist der Eindruck, den auch andere hatten: Große Straßen wie Berliner Allee, Grafenberger Allee, Graf-Adolf-Straße, die Kniebrücke waren auch am Montag noch nicht frei. Dabei müssten sie eigentlich zur Stufe 1 der Awista-Prioritätenliste gehören. Das sind Straßen, die als erstes geräumt werden müssten. Rund 1000 Kilometer solcher Straßen gibt es im Stadtgebiet. Der Sprecher der Awista, Ralf Böhme, wies gestern sämtliche Vorwürfe spürbar genervt zurück.
In einer schriftlichen Stellungnahme schreibt Böhme: "Die Kritik an der Straßenräumung haben wir zur Kenntnis genommen. Optimale Ergebnisse lassen aber nur erzielen, wenn die Bedingungen für eine optimale Leistung gegeben sind. Wir waren auf die Verhältnisse gut vorbereitet und hatten alle Kräfte im Einsatz. Mit 33 Streufahrzeugen und 180 Leuten waren wir seit Freitag abend laufend unterwegs. Bis Montagmorgen wurde die Streustufe 1 (1025km) viermal, die Streustufe 2 (300 km) viermal sowie die Radwege, Überwege und Gehwege jeweils 3 mal abgedeckt. Zudem waren 88 Mitarbeiter in 22 Fahrzeugen für die 3500 Überwege unterwegs. Die tiefen Temperaturen mit dem daraus resultierenden Bodenfrost und die ungewöhnlich hohen Schneefälle (20cm statt 6-8cm) haben jedoch zu einer besonders heiklen Situation geführt ..."
Bei der Rheinbahn, die am Montag noch wegen nicht geräumter Straßen Kritik an der Awista geübt hatte, ruderte man gestern zurück. Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher zeigte nun Verständnis angesichts der extremen Wetterlage. Montagmorgen sei man kurz davor gewesen, den Betrieb einzustellen – einige Bahnen waren regelrecht auf den Gleisen festgefroren.
Umweltamts-Chef Werner Goertz reagierte ratlos auf die nach wie vor von Schneematsch bedeckten Gehwege und Fußgängerzonen. Die Hauseigentümer seien für die Räumung verantwortlich, und zwar bis zu einem Meter von der Hausfront entfernt. Für den Rest der Straße sei die Stadt, also die Awista zuständig. Das Abtauen der dicken Schneedecke von etwa 20 Zentimeter wird von den Abwasserkanälen problemlos gemeistert. "Weil der Schnee allmählich abtaut, gibt es keine Flutwelle wie nach einem heftigen Unwetter", erklärte Claus-Henning Rolfs, technischer Leiter des Stadtentwässerungsbetriebs.
Die Wassermenge, die Richtung Kläranlage fließe, entspreche einem leichten Landregen. "Wir müssen aber in Kauf nehmen, dass in Senken der Straßen und Gehwege noch große Pfützen stehen, weil das getaute Wasser durch Schneereste gestaut wird", so Rolfs. Auch das Streusalz, das mit mit demTauwasser in die Kanäle gespült werde, sei kein Problem. Es werde so verdünnt, "dass die biologische Säuberung des Wassers im Klärwerk nicht beeinträchtigt wird", so Rolfs.
Der Flughafen lief gestern wieder weitgehend normal, sagte Sprecher Christian Witt. Es habe sieben Ausfälle gegeben - wegen des Wetters in Mailand, Amsterdam und London. Der an die Seite geschobene Schnee werde derzeit nach und nach abtransportiert.
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