Wachleute können Problem nicht lösen: Nach Drohung: Pförtner für Schulen?
VON GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 12.12.2007 - 08:11Düsseldorf (RPO). Heute entscheidet sich, ob der 14-jährige Schüler, der das Goethe-Gymnasium mit einer Amokdrohung in Angst versetzt hatte, die Schule verlassen muss. Rektorin Renate Glenz hält es für „besser, wenn er wechselt“. Das habe sie dem Vater in einem Gespräch mitgeteilt. „Der Junge steht bei uns jetzt zu sehr unter Druck“, so Glenz, die den Schüler auch an den Schulpsychologischen Dienst vermittelt hat. Ein Schulwechsel allein könne ihm nicht helfen, befand die Rektorin, die unabhängig von der Strafanzeige handelt. Die liegt gegen den Schüler vor und wird von der Staatsanwaltschaft derzeit geprüft.
Auch die Eltern sind nach RP-Informationen ratlos: Sie haben keine Antwort auf die Frage, warum sich ihr Sohn zu der Amokdrohung hat hinreißen lassen. Sollte es zu einem Schulwechsel mit psychologischer Unterstützung kommen, wäre der 14-Jährige der zweite Düsseldorfer Fall: Erst vor einem halben Jahr hatte ein 15-jähriger Schüler eine Amokdrohung ausgesprochen und die Schule wechseln müssen. Auch er wird von Psychologen betreut.
„Keine Hochsicherheitstrakte“
„Wer keine Erklärung hat“, sagt Ratsfrau Hildegard Kempkes (CDU) dazu, „muss überprüfen, womit sich der Junge im Internet beschäftigt. Was er im Fernsehen sieht, welche Freunde er hat.“ Schüler, die mit Gewalt drohen, so Kempkes, die selbst Lehrerin ist, befänden sich in persönlicher Not. „Oder es handelt sich um eine Entgleisung, eine Mutprobe etwa.“
Für sie ist das Problem nicht mit mehr Personal an Schulen zu lösen. „Wir können keine Eins-zu-eins-Betreuung bieten.“ Sie stehe „Überlegungen“ zur Einführung von Pförtnern aber offen gegenüber. Das können sich auch Rudi Voller (SPD) und Gerhild Kocks (FDP) - beide im Schulausschuss - vorstellen, die unbedingt mehr Personal für die Schulen wollen. Die SPD beantragt morgen im Stadtrat einen Honorar-Topf, der den Schulen zur Verfügung stehen soll. „Dort könnten sie je nach Bedarf nicht-pädagogisches Personal anfordern“, erklärt Voller. „Hausmeister, Sekretäre, Aufsichten, Pförtner. . .“
Dass zudem mehr Pädagogen und Psychologen in die Schulen gehören, davon ist Kocks überzeugt. Wachleute wie in Berlin lehnen die Schulpolitiker für Düsseldorf hingegen ab - weil sich die Verhältnisse nicht oder noch nicht vergleichen ließen. Kocks: „Schule als Hochsicherheitstrakt - eine grauenvolle Vorstellung.“
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