Geschäftsfrau in Garage erstochen: Nach Mord: Sorge um die Sicherheit
VON BERND BUSSANG UND GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 29.01.2008 - 08:28Düsseldorf (RPO). Zwei Tage nach dem Mord an der deutsch-russischen Geschäftsfrau Galina A. in der Garage eines Reihenhauses am Nöggerathweg in Wersten hatte die Kripo gestern noch keine heiße Spur. Einsatzkräfte der Polizeihundertschaft suchten tagsüber das Ufer des Petri-Sees ab. Das von einem Angelverein genutzte frühere Baggerloch befindet sich nur wenige Schritte vom Tatort entfernt und grenzt an den Garten des Wohnhauses des Opfers.
Die Ermittler schließen nicht aus, dass der Täter dort die Tatwaffe, vermutlich ein Messer, hat loswerden wollen. Eine Suchaktion blieb ohne Ergebnis. Nach mehrstündigem Einsatz rückten die Mannschaftswagen der Polizei wieder ab. Der Hintergrund der Tat ist weiter ungeklärt. Galina A. war am Samstag um 19.25 Uhr von einer Nachbarin stark blutend und durch zahlreiche Stiche verletzt an ihrem Auto in einer Garage gefunden worden. Für die 54-jährige Geschäftsfrau, die in Wuppertal eine Zoll-Logistikfirma betrieben hat, kam jede Hilfe zu spät.
Spekulationen um einen Raub- oder gar einen Auftragsmord wollte der ermittelnde Staatsanwalt, Christoph Kumpa, gestern keine Nahrung geben. „Es gibt keine neuen Spuren oder Hinweise“, sagte Kumpa. Sicher sei lediglich, dass der Ehemann als Täter nicht in Frage komme. „Er hat ein Alibi, denn er befand sich zur Tatzeit in einem Fitnessstudio.“ Der Mann betreibt einen Textil-Import-Export von seinem Haus aus. Allerdings schlagen die Gerüchte inzwischen hohe Wellen. Nachbarn erzählen sich von auffälligen schwarzen Luxus-Autos, die sie in den Abendstunden gesehen haben wollen. Ein dreifacher Vater, der seit 1989 eine Straße weiter wohnt, berichtete von großen Wagen, die abends vorfuhren und von fremden Männern, die große Gegenstände aus den Kofferräumen hoben. „Ich weiß noch gar nicht, was ich jetzt mit meinen drei Töchtern mache“, sagt der Mann. „Ob ich sie jetzt nicht mehr auf die Straße lassen kann?“ Denn in die Trauer um die ermordete Nachbarin mischte sich gestern am Nöggerathweg auch Sorge um die Sicherheit in der Reihenhaussiedlung. „Man hat ein ungutes Gefühl“, sagte Frank Kleinwächter, Vorsitzender des Angelvereins Petri-Heil. „Schließlich haben wir auch eine Jugendgruppe im Verein, die sich bisweilen am See aufhält.“
Heute will die Polizei die Suche nach der Tatwaffe fortsetzen, möglicherweise werden Taucher eingesetzt. Mit Hilfe von Flugblättern bitten die Ermittler Anwohner, die zur Tatzeit Verdächtiges beobachtet haben, um Unterstützung. Die Flugblätter werden heute verteilt; darin ist ein Foto des Opfers abgedruckt. Für Hinweise ist eine Belohnung von 1500 Euro ausgesetzt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




