Zur 4. Nacht der Museen am 8. Mai werden wieder mehr als 20.000 Besucher erwartet: Nachtschwärmer verrückt nach Kultur
zuletzt aktualisiert: 22.04.2004 - 15:32Düsseldorf (rpo). In den vergangenen beiden Jahren stürmten jeweils mehr als 20.000 Düsseldorfer während der Museumsnacht die Museen. Am 8. Mai geht das Spektakel schon in die vierte Runde. Und es werden erneut Besucherzahlen in dieser Höhe erwartet. Die Museumsnacht hat sich zum absoluten Renner entwickelt. Das zeigt auch die große Zahl der Häuser, die mitmachen: Diesmal sind mehr als 40 Museen und Galerien dabei.
Der Erfolg des Events liegt in der Tatsache, dass nicht nur die Kunstfreunde auf ihre Kosten kommen, sondern zahlreiche Veranstaltungen in den Häusern für Party-Stimmung bis spät in die Nacht sorgen. Das zeigt auch das Alter der Teilnehmer: "Im vergangenen Jahr waren 65 Prozent der Besucher jünger als 40 Jahre, und nur fünf Prozent älter als 60", so Stadtdirektor Hans-Heinrich Grosse-Brockerhoff bei der Vorstellung des Programms am Donnerstag. "Das ist für uns jedes Jahr der stärkste Antrieb zu dieser Kraftanstrengung. Denn besonders zur Nacht der Museen bekommen wir die jungen Leute in die Museen."
Um 19 Uhr öffnen die beteiligten Häuser ihre Pforten bis 3 Uhr (einige nur bis 1 Uhr). In allen Museen und in den bekannten Vorverkaufsstellen gibt es ab sofort Tickets zum gegenüber dem Vorjahr unveränderten Preis von elf Euro. Sie berechtigen in der Museumsnacht zum freien Eintritt in allen Museen und zu beliebigen Fahrten im Shuttlebus. Zentraler Knotenpunkt ist der Grabbeplatz. Dort treffen sich die Pendelbus-Linien, die im Zehn-Minuten-Rhythmus fahren.
Aus dem umfangreichen Programm muss sich jeder das herauspicken, was ihn besonders interessiert. Für jeden sollte etwas dabei sein. Auch in diesem Jahr werden den Besuchern dabei wieder einige neue Einrichtungen vorgestellt, die zum ersten Mal an der Nacht teilnehmen. Das Haus der Architekten im Medienhafen zum Beispiel steht unter dem Motto "Vom Orient zum Okzident". Das Publikum kann in die Baukultur des Mittelalters eintauchen und das weltgrößte Modell des mittelalterlichen Basars von Aleppo bestaunen.
Das Polnische Institut an der Citadellstraße beteiligt sich ebenfalls zum ersten Mal an der Nacht der Museen. Natürlich wird der Beitritt Polens zur Europäischen Union im Mai eine Rolle spielen. Bei polnischem Bier und polnischen Gerichten gibt es aber auch ein reichhaltiges kulturelles Angebot unter anderem mit prominenter bildender Kunst, Animationsfilmen und einem Jazzkonzert der polnisch-deutschen Gruppe "The Three International K".
Das SchifffahrtMuseum im Schlossturm bietet Nachtschwärmern einen Überblick über das Leben am Fluss. Im Kuppel-Café können sie den phantastischen Ausblick auf Altstadt und Rhein genießen. Und im tanzhaus nrw, ebenfalls erstmals dabei, zeigen Studenten der Kunstakademie ihre Fotoarbeiten. In der "Lazy Purple Night" mit DJ Kimos aus Paris kommen auch Clubgänger auf ihre Kosten. Zahlreiche Galerien ergänzen das Programm. Spezialführungen zu laufenden Ausstellungen, Künstlergespräche und ein reichhaltiges gastronomisches Angebot runden das Programm ab.
Auch in musikalischer Hinsicht ist für Vielfalt gesorgt: von Gitarren- über Orgelmusik bis hin zu Swing, Chansons und mittelalterlichen Spiellauten ist alles dabei. Unzählige Performance-Künstler, Live-Bands und DJs leisten ihren Beitrag zu einer klingenden Nacht. Vier Shuttle-Buslinien sorgen dafür, dass das Pendeln zwischen musealen und kulinarischen Genüssen nicht zur Odyssee wird, sondern Laune macht. Auch etwas entlegenere Museen, wie zum Beispiel das Ensemble von Schloss Benrath, sind also gut zu erreichen.
Die Eintrittskarten zur "Nacht der Museen" kosten elf Euro, verschaffen Mehr Infos zum Thema unter Telefon 0211/5072935 und 89-96142.
Von FALK JANNING
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