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  Foto: RP, Andreas Bretz
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Restaurierung nicht möglich: Neue Barock-Orgel für die Maxkirche

VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 18.01.2011 - 07:42

Düsseldorf (RPO). Die Pfeifen und die Technik des Kircheninstrumentes sind so schwer beschädigt, dass eine Restaurierung nicht mehr möglich ist. Die Firma Klais hat eine neue Orgel konzipiert, die den Musikstil des Barocks nachempfindet. Die Statik der Empore muss verstärkt werden.

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Um- und Neubau

Die technischen Teile der Orgel mit Pfeifen, Trägerböden, Trakturen und Blasebälgen werden neu gebaut. Erhalten bleiben nur vier alte Register.
Das Holzgebäude der Orgel wird nach einer Sanierung mit den neuen Pfeifen aufgestellt. Die alten Pfeifen werden einer Fachfirma zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug bekommt die Maxkirche eine kleine Truhenorgel. Der Umbau kostet knapp eine Million Euro.

Der Barockstil ist ein Markenzeichen der Maxkirche, und er soll es auch wieder für die Kirchenmusik in dem Altstadt-Gotteshaus werden. "Weil die alte Orgel nicht mehr zu reparieren ist und ersetzt werden muss, haben wir die Möglichkeit genutzt, ein Instrument mit der Klangfarbe der Barockzeit anzuschaffen", berichtet Kantor Markus Belmann. Für das neue Instrument wird gerade Platz geschaffen, die alten Pfeifen und Bälge werden abgebaut. Das original barocke Gehäuse als passender Rahmen für die neue Orgel bleibt aber erhalten: Es wird zurzeit demontiert und zur Aufarbeitung in eine Werkstatt gebracht.

Die schön gestalteten Holzwände mit den Bögen, Simsen und Posaunen-Engeln wurden 1753 für die erste, ursprüngliche Orgel angefertigt, die der bekannte Orgelbaumeister Christian Ludwig König für die Kirche des damaligen Franziskanerklosters konzipierte. "Das Gehäuse stand damals direkt an der Brüstung der Empore, dahinter war Platz für einen Psallier-Chor der Ordens-Brüder", berichtet Belmann. Für Aufführungen mit Chor und Orchester sei diese Anordnung aber ungünstig, deshalb sei das Gehäuse nach hinten versetzt worden.

Eine von vielen Eingriffen in das große Instrument. Am schwerwiegendsten waren die Veränderungen, die Anfang des vorigen Jahrhunderts vorgenommen wurden. Die mechanische Traktur – die Verbindung von der Taste zur Pfeife – sei nach der damaligen Mode teilweise durch eine elektromagnetische ersetzt worden, so Belmann.

Der vorherrschenden Mode entsprach auch die Vergrößerung der Orgel auf 54 Register mit einer Klangfarbe im romantischen Stil. Orgelbaumeister König habe nur 39 vorgesehen. "Die zusätzlichen Pfeifen wurden deshalb in das Gehäuse geradezu hineingequetscht", meint Belmann. Darunter litt im Laufe der Zeit die Orgel. So standen beispielsweise einige Pfeifen schräg "und neigten sich mit der Zeit immer stärker bis zu 20 Grad", berichtet der Kantor. Sauberkeit und Qualität der Töne seien beeinträchtigt.

Wegen dieser und vieler anderer Mängel – zu kleine Bohrungen für die Pfeifen auf der Trägerplatte, verzogene Trakturen oder verformte Pfeifen – sei die Orgel unspielbar geworden. "Es blieben immer wieder Töne hängen", berichtet Belmann. Organisten beschreiben so die Schreckensvorstellung, dass in einem Konzert eine Pfeife stumm bleibt oder einen Dauerton abgibt.

Bei diesen vielen Schwachstellen und Fehlern "war eine Sanierung der Orgel nicht möglich, wäre nur Stückwerk geblieben", erklärt Belmann. Die Bonner Orgelbaufirma Klais bekam daher den Auftrag, ein neues Instrument für die Maxkirche zu konzipieren. "Sie hat große Erfahrung mit historischen Orgeln", so Belmann, betont aber zugleich, dass die barocke König-Orgel nicht rekonstruiert werden soll. Vielmehr werde eine moderne Orgel gebaut, die den transparenten Stil des Barocks berücksichtige.

Deshalb wird sie auch wieder kleiner, hat statt der jetzigen 54 Register nur 40 und damit in etwa die Größe der König-Orgel. Völlig neu ist sie jedoch nicht. Denn "vier Register aus der Ursprungszeit sind noch intakt und werden in die neue Orgel integriert", sagt Norbert Wisnewski von der Firma Klais, Projektleiter für die Maxkirche. Dieses Zusammenspiel von alt und neu sei eine reizvolle Herausforderung.

Kantor Belmann ist gespannt auf die Klangfarbe der neuen Orgel. Aber bis die erklingt, werden noch Monate vergehen. Erst im September sei wahrscheinlich der Einbau abgeschlossen. Die Zeitspanne sei deshalb so groß, "weil die Statik der Empore nicht stimmt und Stützelemente eingebaut werden müssen", erklärt Belmann. Um an die tragenden Elemente der Empore heranzukommen, muss der gesamte Boden mit seinen Teppichbahnen herausgenommen werden. Als Ersatz ist ein Eichenholzboden vorgesehen. Der passt besser zu dem barocken Stil der Kirche und zum Musikstil dieser Zeit: Die neue Orgel wird in der Umgebung klarer klingen.

Quelle: RP

 
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