Elektronische Informationen über Straßen: Neue Beschwerden über Stau-Tafeln
VON CHRISTIAN HERRENDORF - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010 - 09:30Düsseldorf (RPO). Die elektronische Informationen über den Schnellstraßen helfen Autofahrern nicht im erwünschten Maße. Die Klagen: Im Norden sollen sie vor Staus gewarnt haben, die es nicht gab, im Westen sind sie seit längerer Zeit außer Betrieb.
Vario-Tafeln sollen vor Staus warnen und soweit möglich um sie herum führen, nach Berichten mehrerer RP-Leser haben sie in dieser Woche aber das Gegenteil bewirkt. "Über der B8n auf Höhe Flughafen warnte die Tafel vor einem Stau auf dem Kennedydamm. Ich bin deshalb am Nordstern ab- und über die Niederrheinstraße gefahren. Dort gab es dann an den Ampeln große Staus", berichtet ein Leser. Nach dieser Beobachtung am Montagvormittag blieb der Fahrer in den darauf folgenden Tagen bei selber Anzeige auf der B8n – und fand am Kennedydamm keinen Stau vor.
Das Amt für Verkehrsmanagement weist die Kritik zurück. "Wir haben die Anzeigen und die Messergebnisse der Detektoren ausgewertet. Auf den Vario-Tafeln stand nichts, was es nicht auch gab", sagte Amtsleiterin Andrea Blome.
Das Amt für Verkehrsmanagement plant, weitere Stautafeln zu in der Landeshauptstadt zu errichten. Mögliche Standorte:
Münchener Straße stadtauswärts
Auf’m Hennekamp
A 44 aus Fahrtrichtung Mönchengladbach in Höhe Stockum
Heinrich-Erhard-Straße
Die Vario-Tafeln (Kosten: 1,4 Millionen Euro) hatten bereits vor zwei Monaten für zahlreiche Beschwerden von Autofahrern gesorgt. Wenn sie etwas anzeigten, dann meist die Internetadresse der städtischen Verkehrsinformation oder freie Plätze in Parkhäusern. Die RP hatte damals die Anzeigen der Tafeln über die Internetseite der Stadt zwischen 7 und 19 Uhr beobachtet und festgestellt, dass nur in einem Fall eine Stauwarnung auftauchte. Und das, obwohl zugleich auf den Standbildern der Straßen-Kameras (ebenfalls auf der Internetseite zu sehen) vielfach Staus und zäh fließender Verkehr zu erkennen war.
Beschwerden gab es nun auch im Stadtwesten, am Heerdter Dreieck, weil die Tafel dort seit einiger Zeit nichts anzeigt, obwohl zum Beispiel der Nördliche Zubringer stadtauswärts gesperrt ist. Das Amt für Verkehrsmanagement hat dort inzwischen eine mobile Vario-Tafel platziert. "Die stationäre Tafel ist durch einen Unfall beschädigt worden. Die Reparaturen waren sehr aufwändig", erklärt Amtsleiterin Blome. Die Tafel sei nun wieder in Betrieb und werde nächste Woche wieder die automatisch erstellten Informationen anzeigen.
Eine Ursache für die vielen Beschwerden liegt darin, dass Autofahrer und Verwaltung die Ziele der Verkehrslenkung unterschiedlich auslegen. Laut dem Konzept für das "Verkehrssystemmanagement in Düsseldorf" sollen auf den Vario-Tafeln "Informationen zu Verkehrsstörungen, Alternativrouten und Parkhausbelegungen" zu finden sein. Das Verkehrsamt hat deshalb nach eigenen Angaben inzwischen 32 Schaltungsstrategien programmiert. Das heißt: Es gibt 32 Szenarien, in denen die Detektoren vor Ampeln und auf Hauptverkehrsstraßen einen Rückstau melden und das System eine programmierte Alternative anbieten kann – wenn diese Route frei ist.
Die Autofahrer erhoffen sich dagegen "möglichst viele Informationen über Staus und Ausweichmöglichkeiten". Dies widerspreche der Psychologie, sagt die Verkehrsamts-Chefin. Die Tafeln müssten einen "Aufmerksamkeitswert" haben. Dies sei nur gegeben, wenn dort besondere, nicht alltägliche Verkehrssituationen oder Veranstaltungen beschrieben würden. Blome: "Die morgendliche Rushhour können wir dort nicht zeigen, die kennen die Autofahrer aber auch."
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