Wir verlosen Karten: Neue Bibellesung von Ben Becker
zuletzt aktualisiert: 28.12.2009 - 07:35Düsseldorf (RPO). Mit seiner erfolgreichen gesprochenen Symphonie "Die Bibel" wird der Schauspieler und Sänger Ben Becker (46) mit einem 80-köpfigen Ensemble nach seiner Premierentour – die 70.000 Menschen besuchten – auch in Düsseldorf auftreten: am Montag, 11. Januar in der Philipshalle.
Karten dazu gibt es unter RP-Ticket-Hotline: 0180 - 3 30 33 30 sowie unter www.rp-ticket.de. Außerdem verlosen wir fünf Mal zwei Tickets. Wer am Montag, 28. Dezember, bis 24 Uhr unter 0137 9 37 01 28 (50 Cent/Anruf aus dem dt. Festnetz, ggf. abweichende Preise aus dem Mobilfunk) anruft, kann gewinnen. Oder senden Sie eine SMS mit dem Kennwort "rp2", Leerzeichen, Ihrem Namen, Geburtsdatum und Adresse an 1111 (ohne Vorwahl, 50 Cent/SMS).
Sie lesen aus der Bibel mit sehr viel Pathos. Braucht die Heilige Schrift eine so starke Betonung?
Becker Pathos ist mir oft zum Vorwurf gemacht worden. Ich lese die Texte eben sehr sensibel und sehr genau, so dass die Leute verstehen, was dieses Buch zu erzählen hat. Ich lese schließlich nicht aus Mickey Mouse. Als Künstler habe ich weder Angst vor Naturalismus und Realismus noch vor Kitsch und Pathos. Und all das steckt in meiner Lesung.
... und das steckt auch in der "Textvorlage"?
Becker Die Bibel beschreibt den Weg, den wir gehen, woher wir kommen und wohin wir gehen. Das kann man nicht mal eben so aus dem Ärmel schütteln. In meiner Kunst gehe ich durchaus über das Drahtseil, das mache ich gerne, und das ist meine Berufung.
Ihre Lesung wird begleitet von einem Orchester und einem Hintergrundfilm mit surrealistisch anmutenden Bildern ...
Becker ... na und? In einer katholischen Messe treten die Menschen in Gewändern auf, da wird Weihrauch geschwenkt, da werden Kerzen angezündet usw. Das alles ist auch eine Inszenierung. Ich habe mir von allem etwas abgeguckt und das auf die Bühne gebracht. Dabei nehme ich das geschriebene Wort sehr, sehr ernst. Aber ich lese die Bibel nicht als Missionar.
Gab es Reaktionen von Geistlichen auf Ihre Lesung?
Becker Immerhin war ich mit meinem Programm der Haupt-Act auf dem Katholikentag in Osnabrück – Open-Air vor 20 000 Menschen, die sich das von einem angetan haben, der nicht katholisch ist. Erstaunlicherweise führe ich die besseren Gespräche über meine Art der Darbietung mit Anhängern der katholischen Kirche, die nach meinen Erfahrungen sehr viel weltoffener sind, als ich zunächst dachte.
Werden Sie auch darauf angesprochen, warum Sie einen Totenkopf-Ring tragen, der gerade bei einer Bibellesung irritieren muss?
Becker Mütterlicherseits stamme ich aus einer Artisten-Familie. Zur Zeit der Gilden gab es auch eine Gilde der Zirkusartisten – die hieß: "Sicher wie jold" und hatte den Totenkopf zu ihrem Zeichen gemacht, weil die Artisten wussten, dass der Tod ihnen immer im Nacken sitzt, wenn sie Abend für Abend übers Drahtseil gehen. Das schien ihnen "sicher wie jold". Diese Geschichte kenne ich von Kindheit an und wollte damals schon einen Ring mit einem Totenkopf haben. Ein befreundeter Musiker trug einen solchen Ring an seinem Finger und hat ihn mir kurz vor seinem Tod vermacht. Das ist jetzt über zwölf Jahre her.
Können Sie sich auch eine Lesung aus dem Koran vorstellen?
Becker Nein, weil ich mit dem Koran unmittelbar nichts zu tun habe. Ich muss mich natürlich mit dem Koran und dieser Religion auseinandersetzen wie wir alle. Diese Religion ist nicht zu unterschätzen, und man kann und darf sie nicht beiseite kehren. Aber als Nächstes lese ich lieber Ezra Pound.
Lothar Schröder führte das Gespräch.
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