Königsallee: Neue Kö: Im Westen mehr Luxus
VON JUTTA LAEGE - zuletzt aktualisiert: 16.06.2011 - 02:30Düsseldorf (RP). Projektentwickler RMA und Immobilienberatungsgesellschaft IKP plädieren für eine neue Betrachtung der Prachtmeile und haben große Pläne: Neben dem Breidenbacher Hof soll das Luxus-Quartier "Kö-West" entstehen, das der "Bankenseite" lange vermissten neuen Glanz verleihen soll.
Auch die schönste Einkaufsmeile kommt mal in die Jahre. Das wird auf der Königsallee immer dann offensichtlich, wenn der Besucher die Straßenseite wechselt: von der "Geschäfts"- auf die "Banken"-Seite, wie der Düsseldorfer zu sagen pflegt. Während seit Monaten im Süden mit dem Kö-Blick, im Norden mit dem Kö-Bogen und im Osten mit den Großbaustellen Kö-Galerie und Sevens eifrig und öffentlichkeitswirksam am neuen Erscheinungsbild der Kö gebastelt wird, ist es im Westen vermeintlich still. Dabei sind der Projektentwickler RMA und die Immobilienberatungsgesellschaft IKP schon seit zwei Jahren damit beschäftigt, der Westseite der Kö ein neues Gewand zu verpassen. Gestern stellten sie die Pläne für das Projekt, das auf den markanten Namen "Kö-West" getauft wurde, vor.
Neben dem Breidenbacher Hof wird Ende des Jahres die angesagte US-Modemarke "Abercrombie & Fitch" (A&F) einziehen. Die stilprägende Fassade des ehemaligen Hypovereinsbank-Gebäudes bleibt dabei erhalten. Innen ist inzwischen alles entkernt und wird mit versetzten Ebenen komplett neu aufgebaut. 1700 Quadratmeter Verkaufsfläche werden dort entstehen, und die Projektentwickler versprechen Düsseldorf ein frisches Konzept und eine einzigartige Atmosphäre, für die A&F weltweit steht.
Düsseldorf ist die erste Filiale der US-Marke auf deutschem Boden. Es wird nicht viele weitere geben. Hamburg und München sind noch im Gespräch, ansonsten denken die Amerikaner großflächig, wie IKP-Geschäftsführer Lars Kuchenbuch zu Protokoll gibt: "Als sie über das Einzugsgebiet von Düsseldorf sprachen, war Amsterdam dabei."
Neben "A&F" an der Kö 17 wird auch an der Kö 19 der Luxus einziehen. Das Gebäude wird noch in diesem Monat komplett abgerissen und nach neuesten Standards und im Einklang mit der Natursteinfassadenfront nebenan wieder aufgezogen. Wer dort Investor und wer Mieter wird, ließen die Beteiligten gestern offen. "Wir führen derzeit viele Gespräche", so RMA-Geschäftsführer Christoph Röhr.
Auch mit der Trinkausbank: Die ist Eigentümerin der unmittelbar folgenden Immobilie und in die Ideen für das neue Quartier von Anfang an einbezogen worden. Röhr: "Idealerweise laufen die Planungen für eine Revitalisierung des Bankgebäudes im Windschatten der anderen Projekte mit." Soll heißen: Die Kö 17 wird im Dezember eröffnet, ein Jahr später folgt Kö 19, parallel dazu wird auch die komplette Westseite der Trinkausbank erneuert. "Wir reden allerdings nur vom Erdgeschoss", ergänzt Kuchenbuch. Nach den Vorstellungen der Planer müssten die von Leerstand geplagte Galerie und die Front Richtung Kö-Graben dringend saniert und an die Vorgaben von Kö 17, Kö 19 und Breidenbacher Hof angepasst werden. "Wir würden die Fassade gerne zwei Meter nach vorne ziehen. Außerdem soll vom Hotel bis zur Trinkausstraße ein echter Boulevard gebaut werden. Keine Querparker mehr, nur noch Längsbuchten für die Kunden, die bis vors Geschäft vorfahren wollen. "Wir wollen der Kö wieder etwas mehr Glanz zurückgeben", fasst Lars Kuchenbuch das Ansinnen zusammen. Und er meint dabei nicht nur die Seite, für die die Pläne gelten. Sondern auch die, die auf den ersten Blick noch luxuriös und elegant daherkommt. Die Kö habe sich in den vergangenen Jahre stark verändert, sagt der Immobilienexperte. Der luxuriöse Handel sei von der alten Geschäftsseite verdrängt worden, viele Ketten hätten Einzug gehalten. "Da ist Konsum statt Luxus", urteilt Kuchenbuch . Das Interesse der Luxusmarken an der Kö sei aber nach wie vor da. "Sie fragen jetzt mehr nach Flächen im oberen Teil." Die "neue Luxuslage" liegt zwischen Blumen- und Königstraße. "Und genau dort wollen wir von der Westseite die Spange schließen", so Kuchenbuch. Das neue Luxus-Quartier solle mit bekannten Labels gestärkt werden, aber auch neue ansiedeln, so Kuchenbuch. Das Ziel soll allen nutzen: "Wir wollen die Stadt attraktiver machen."
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