Jean Pütz lobt neue Waldorf-Schule: Neue Schule hat klein angefangen
VON SVEN DURGUNLAR - zuletzt aktualisiert: 21.08.2007 - 08:42Düsseldorf (RPO). Mit 30Schülern in drei Klassen, Chinesisch-Unterricht ab der ersten Klasse und viel Enthusiasmus startete vor zwei Wochen die neue Ganztags-Waldorfschule in Angermund. TV-Moderator Jean Pütz unterstützt die Initiative.
An seine eigene Schulzeit kann sich TV-Moderator Jean Pütz noch gut erinnern. „Ich war meistens der Außenseiter und wurde von den Klassenkameraden gehänselt“, sagt der Hobbythek-Moderator. Er ist sich sicher, dass Mobbing an der neu gegründeten Schule in Angermund kein Thema wird: „In Waldorfschulen geht man mit Mobbing anders um.“
Gerade pünktlich zu Schulbeginn nach den Ferien hat vor zwei Wochen die neue Waldorfschule in Angermund den Schulbetrieb aufgenommen. Die zweiwöchige Schulpraxis nutzen Jean Pütz, prominenter Unterstützer der Gründer, und die Initiatoren der neuen Schule, um eine erste Bilanz vorzustellen. „Wir hatten einen guten Start“, sagt Initiator Ralf Stifter. Allerdings noch mit kleiner Crew: 30Schüler in den Klassen eins,drei und fünf besuchen momentan die Schule- und werden von insgesamt zehn Lehrern unterrichtet.
Die acht Schüler der Klassefünf schrieben gestern einen ihrer ersten Tests. Im gelb angestrichenen und liebevoll dekorierten Klassenraum lösten sie Aufgaben im Geografie-Unterricht: Was passiert mit der Erde, wenn es regnet? Wie wächst eine Blume? Schüler Jonas Koll gefällt der Unterricht an der neuen Schule wesentlich besser als an der Realschule, die er vorher besucht hatte. „Hier gehen wir öfter mal raus und lernen nicht nur aus Büchern“, sagt der Junge. Einen Exotenstatus bei seinen Freunden hat er als Waldorfschüler nicht. „Eine Freundin von mir überlegt, nun auch auf die Schule zu wechseln.“ Mit einem Konzept, das die einzelnen Schulfächer miteinander in Beziehung setzt und verbindet, will die neue Waldorfschule Eltern und Schüler anlocken. Ziel der Waldorfpädagogik sei es schließlich, nicht nur Faktenwissen zu lehren, sondern ganzheitliches Wissen zu vermitteln. Was das bedeutet, verdeutlicht Musiklehrer Friedemann Geisler: „Wir legen großen Wert auf Musikunterricht. Wer selbst musiziert, kann sich auch in anderen Fächern besser konzentrieren.“ Einen Schulgong gibt es nicht: „Der Lehrer beendet die Unterrichtsstunde und nicht der Gong.“
Zweieinhalb Jahre haben die Initiatoren auf die Eröffnung der Ganztags-Waldorfschule hingearbeitet. Lehrer mussten angeheuert und engagierte Eltern gefunden werden. „Das größte Problem war die Suche nach einer passenden Immobilie“, sagt Stifter.
Wer sein Kind auf diese Schule schicken möchte, muss dafür in die Tasche greifen: 420Euro monatlich kostet die Schule mit Verpflegung und Nachmittagsbetreuung. Eine Schule nur für Besserverdienende wollen die Initiatoren aber nicht sein: „Wir planen, Stipendien zu ermöglichen“, so Geisler.
Für Jean Pütz ist vor allem wichtig, dass die Lehrer einen engen Kontakt zu ihren Schülern pflegen: „Naturwissenschaft muss Schülern begreifbar gemacht werden“, so Pütz. Das versuche er mit seinen Sendungen schließlich auch.
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