Ecke Graf-Adolf-Platz: Neuer Blick auf die Kö
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 26.08.2010 - 07:19Düsseldorf (RPO). Architekt Christoph Ingenhoven und Oberbürgermeister Dirk Elbers hoffen auf den entscheidenden Schub für die untere Königsallee: Mit der Grundsteinlegung des "Kö-Blick" am Mittwoch soll es ab 2011 ab der Kreuzung Graf-Adolf-Platz mit Geschäften, Büro und Wohnungen aufwärts gehen.
Mit ein wenig Schmunzeln erinnerte Christoph Ingenhoven bei der Grundsteinlegung des neuen Kö-Blicks an diesen schönen Augenblick für Architekten: "Das Bauen lässt sich nicht mehr verhindern, die Pläne sind gemacht, aber es ist noch nichts fertig, also ist die Kritik noch nicht da." Recht hat der Star-Architekt, und trotzdem ist der offizielle Beginn des Bauens verbunden mit vielen Hoffnungen.
Mit der klaren, eleganten Architektur mit großen, offenen Glasflächen und Elementen aus weißem Werkstein soll das stilbildende Gebäude die einzige Immobilie sein, von der man ab 2011 direkt auf den Kö-Graben schauen kann – die gesamte Kö entlang. Oberbürgermeister Dirk Elbers schwärmte am Mittwoch schon mal von der Vorstellung und verhehlte auch nicht seine Genugtuung, dass das Projekt auf Arbeiten, Handel und Wohnen setze. "Der Trend geht dazu, wieder in der Innenstadt zu wohnen."
Drei Investoren
Drei Investoren sind an dem Projekt des exklusiven Eckgebäudes beteiligt.
Die Warburg + Henderson ist eine Kapitalanlagegesellschaft für Immobilien.
Die Rheinischen Versorgungskassen sind eine Körperschaft öffentlichen Rechts, die Beamten- und Arbeitnehmerzusatzversorgungen gewährleistet.
Und die Hamburgische Immobilien Handlung GmbH ist eine Immobilieninvestmentgruppe.
Den bestätigt der neue Kö-Blick. Bei 6750 Quadratmetern Mietflächen auf neun Geschossen sollen im Erdgeschoss großzügige Ladenpassagen für Lauffrequenz sorgen. Sieben Geschosse Büroflächen (zwei davon mit Terrassen) werden außerdem vermarktet. Für 800 Quadratmeter hat ein Unternehmen bereits unterschrieben, sagte Kristian Barthels vom Investor Hamburgische Immobilien Handlung. Im achten Stockwerk sollen fast 600 Quadratmeter in Penthouse-Wohnungen aufgeteilt werden. "Vielleicht genehmigt die Stadt ja auch dort noch eine Terrasse", sagte Ingenhoven.
Der neue Kö-Blick soll so noch mehr der exklusiven Kö-Umgebung gerecht werden. Das Gebäude an der Ecke Graf-Adolf-Platz/Königsallee soll künftig auch eine Klammer zwischen der noblen Kö und dem Abschnitt ab dem Graf-Adolf-Platz sein. Dort verbreitet die Königsallee nur noch wenig Flair und Glamour. Stattdessen herrscht dort viel Tristesse.
Kaufleute und Anwohner klagten in der Vergangenheit immer wieder, die Graf-Adolf-Straße wirke wie eine Barriere und trenne Friedrichstadt von der City. Langfristig solle die Stadt an eine Unterführung mit Rolltreppe denken, um die Kö so zu einer geschlossenen Meile zu machen.
Ingenhoven erinnerte an die 20 Jahre dauernden Diskussionen über den tristen Teil der Kö. Das soll jetzt vorbei sein. Wenn das 30 Meter hohe Gebäude spätestens im Herbst 2011 nächsten Jahres eröffnet wird, könnte es weitere Investitionen bei den anderen Immobilien nach sich ziehen.
Schon jetzt hat sich im Rücken des Kö-Blicks eine Fitness-Firma in einem völlig neu gestalteten Gebäude niedergelassen, auf der anderen Straßenseite hat ein exquisiter Friseur seinen Laden eröffnet. Ab Hausnummer 102 ist es aber noch immer wenig Kö-like.
Der Kö-Blick forciert diese Diskussionen. Ingenhoven brachte noch einmal die Idee ins Spiel, mittels Brücke oder Tunnel die große Kö stärker an den unteren Teil ab Kö-Blick anzubinden. "Wir sollten noch einmal darüber nachdenken."
Dabei kann der neue Kö-Blick künftig mit einer Einzigartigkeit in Düsseldorf werben. Er ist das erste Gebäude mit einem Gold-Zertifikat als Siegel für nachhaltiges Bauen. Das heißt: Die spezielle Kühlung vermindert den Energieverbrauch drastisch, Erdwärme und Solarenergie werden genutzt, zudem sorgt die Doppelfassade für natürliche Belüftung und Schallschutz. Hier ist der neue Kö-Blick schon bald einmalig.
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