Hans Michael Piper: "Neuer Rektor, neue Chance für die Uni"
VON DIRKE KÖPP - zuletzt aktualisiert: 18.08.2008 - 10:49Düsseldorf (RPO). Viele Mitglieder der Heine-Universität haben überrascht auf die Wahl eines neuen Rektors durch den Hochschulrat reagiert. Am Freitagabend hatte der aus acht Mitgliedern bestehende Hochschulrat der Uni, eine Art Aufsichtsgremium, den Gießener Mediziner Hans Michael Piper zum neuen Leiter der Hochschule gewählt.
Ebenfalls um den Posten beworben hatten sich der aktuelle Rektor der Uni, Alfons Labisch, der Dekan der Philosophischen Fakultät, der Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann, sowie der Jura-Professor Ralph Alexander Lorz, derzeit als Staatssekretär in Hessen.
An Alfons Labisch vorbei hatte sich der Hochschulrat für den 1952 geborenen Piper entschieden. „Wir sind total überrascht von der Wahl“, sagten Rainer Matheisen und Philipp Tacer vom Asta-Vorstand. „Wir werden Rücksprache halten mit dem Asta in Gießen, um mehr über Herrn Piper zu erfahren. Hier ist ja wenig über ihn bekannt - vor allem darüber, wie er als Rektor sein könnte.“ Die Studentenvertreter sitzen auch im Senat, der am 2.September die Wahl bestätigen oder ablehnen muss.
Ernsthafter Wissenschaftler
Beide äußerten sich positiv über ihr Verhältnis zum Rektor: „Menschlich gesehen ist es schade, dass Herr Labisch nicht gewählt worden ist“, so Tacer. Matheisen bestätigte: „Wir haben den einen oder anderen Konflikt über Sachthemen ausgetragen, aber auf der persönlichen und menschlichen Ebene kamen wir immer gut miteinander klar.“
Der Ärztliche Direktor der Uniklinik, Wolfgang Raab, sieht in einem neuen Rektor eine „Chance auf Neuanfang und auf Neuausrichtung der Universität und der Uniklinik“. Den vom Hochschulrat gewählten Rektor, Hans Michael Piper, nimmt er nach eigenen Worten als renommierten und ernsthaften Wissenschaftler wahr.
Oberbürgermeister-Kandidat und Bürgermeister Dirk Elbers (CDU) äußerte Bedauern darüber, dass Alfons Labisch nicht gewählt wurde. „Wir waren ständig in engem Kontakt.“ Er betonte, die Zusammenarbeit mit der Universität müsse gewährleistet bleiben und die Hochschule gut geführt werden. Der Vorsitzende des Uni-Senates, der Mathematik-Professor Reinhold Meise, und andere Senatsangehörige hielten sich mit einem Urteil zurück. Insgesamt ist die Uni geteilt in diejenigen, die die Kandidatur Labischs unterstützt hatten und enttäuscht sind, und in diejenigen, die ihm kritisch gegenüberstehen.
Doch selbst wer Positives sagt, möchte bisweilen anonym bleiben: „Herr Labisch hat es allein wegen seiner Verdienste um die Uni nicht verdient, nicht gewählt zu werden.“
Altrektor Gert Kaiser, zugleich Vorsitzender der Uni-Freundesgesellschaft, empfahl, nun nach vorne zu schauen: „Die Uni hat das wissenschaftliche Potenzial, in der ersten Liga mitzuspielen, und der neue Coach muss dieses Potenzial wecken und realisieren.“ Die Hochschule müsse sich nun geschlossen hinter dem neuen Mann sammeln.
Hans Michael Piper wollte sich nicht äußern. Der RP sagte er: „Ich möchte der Vorstellung im Senat nicht vorgreifen.“
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