Boot: Neues über und unter Wasser
VON BIRGIT WANNINGER - zuletzt aktualisiert: 19.01.2009 - 07:41Düsseldorf (RPO). Ob Jolle oder Yacht, Kanu oder Kajak, Maske oder Schnorchel – alles fand Interesse am ersten boot-Wochenende. Sogar eine nicht gerade romantische Unterwasser-Hochzeit. Rund 77.000 Besucher informierten sich an den ersten beiden Messetagen. Im Vorjahr waren es noch 10.000 mehr.
Das Ja-Wort war krächzend, aber immerhin: Es ist gültig. Tina Blume (42) und Walter Tyrra (48) haben sich im Tauchturm der Halle 3 am Samstag bei der boot trauen lassen. Ein wenig unromantisch, wenn man bedenkt, dass alle Beteiligten in Neoprenanzügen gekleidet waren. Dabei trugen die Hauptakteure, inklusive Standesbeamter, Masken mit integriertem Mikrofon, damit sie unter Wasser sprechen konnten.
Die Aktion war eine Premiere: In 40 Jahren boot hat es so etwas noch nie gegeben. Die Ringe tauschte das Brautpaar stilecht in Muschelschalen. Erst zum Küssen nahmen sie kurz die Masken ab. Und von draußen kam tosender Beifall.
Rund 77.000 Besucher kamen am ersten Wochenende zur boot, knapp 10 000 weniger als im Vorjahr. Viele davon tummelten sich in der Tauchsporthalle, in der es wie gewohnt proppevoll war. Der Tauchsport verbindet eben nicht nur das junge Brautpaar, das eine Tauchbasis im ägyptischen Dahab betreibt, sondern viele Unterwasser-Fans. Deren Hauptinteresse liegt darin, Leute wiederzusehen, Reisen zu buchen oder Neuheiten rund um dem Tauchsport zu erfahren. Überhaupt: In Halle 3 ist täglich jede Menge los. Bis Sonntag gibt es 400 Programmpunkte.
Die jungen Leute Schnäppchenjäger, vor allem junge Besucher, waren in Halle 1 und 2 unterwegs – das Paradies für Surfer und Wakeboarder. Benedikt Maier (17) aus Köln hat sich einen neuen Anzug gekauft und liebäugelt noch mit einem Surf-Brett. Dafür müsse er aber noch mit seinen Eltern reden.
Die Familie Die Niebäckers sind zu viert aus Dortmund angereist. Laura (18) und Nike (12) haben eine Stunde Beachvolleyball in Halle 13 gespielt, während Mutter Sabine und Vater Guido ein Hausboot nach dem anderen besuchten und erstaunt waren, wie viel Platz diese Schiffe, die man ohne Führerschein schippern kann, haben.
Die attraktivste Halle Die Nummer 13 hat sich gemausert und zählt für die Otto-Normalverbraucher zu den attraktivsten Hallen. In der "Welt des Paddels" erklärt der Spanier Vitor Bana am Stand von Neumann Interessierten das Kanufahren – am Simulator. Die Kleinen dürfen nebenan auf dem Wasser in einem echten Kajak üben. Jakob (9) und Simon (11) Linder aus Neuss sind begeistert. "Dabei sind wir eigentlich wegen des Segelns hier", sagt Mutter Irene. "Faltboote gibt doch schon es für 500 Euro", meint Simon.
Die Teuersten Im ganz anderem Preissegment befinden sich die Yachten in Halle 6. Bei Drettmann steht die teuerste (7,35 Million) und die etwas kleinere von Ralf Schumacher, die bis auf die kleine Edelstahlküche ziemlich konservativ-altbacken eingerichtet ist. "Wir richten uns nach den Wünschen des Kunden", sagt Claudia Drettmann.
Ihre Firma ist mit sieben Yachten vertreten und hat wie gewohnt rund 2400 Quadratmeter Standfläche angemietet. Während Nachbar Fairline seine Fläche wesentlich verkleinert hat und in diesem Jahr nur mit einem Boot vertreten ist. Die Finanzkrise macht sich eben auch bei der boot bemerkbar. Dies bestätigt Projektleiter Götz-Ulf Jungmichel. Er hat aus der Not eine Tugend gemacht und an der freien Stelle eine Inselwelt bauen lassen.
Abgehoben Frei nach dem Motto schneller, höher, weiter sind in Halle 5 die Powerboote zu bestaunen, die um die 1000 PS haben und bis zu 300 km/h schnell sein können. Zu den Attraktionen zählt eine weitere Messe-Neuheit: der Jetlev Flyer, mit dem man tatsächlich über dem Wasser in die Luft gehen kann. (Halle 10/C 31).
Jochen Schweizer, der eine Erlebnis-Agentur betreibt, ist begeistert. Am liebsten würde er den Rucksack, der bis zu 40 Meter hoch fliegt, sofort kaufen (Kosten 100.000 Euro), damit Abenteurer bei ihm den Spaß mieten können.
Die Stammgäste In Ruhe genießen Hans-Jochen und Hildegard Werden aus Jülich den Auftakt der Messe. Seit 35 Jahren kommt das Ehepaar zur boot. Die passionierten Segler zieht aber nicht zu den schicken Yachten in Halle 16.
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