Kunstjahr in Düsseldorf: "Neujahrsschwimmen" begrüßt Quadriennale-Besucher
VON BIRGIT KRANZUSCH - zuletzt aktualisiert: 13.12.2005 - 15:16Düsseldorf (dto). Seine Arbeiten erklärt Andreas Gursky ungern. Die vermutlich größte Arbeit des Düsseldorfer Künstlers, die seit Dienstag im Düsseldorfer Hauptbahnhof hängt, erklärt sich aber auch von selbst. „Neujahrsschwimmer“ ist ein Bekenntnis zu Düsseldorf und begrüßt in symbolischer Weise das Kunstjahr der Quadriennale06, an dem sich die großen Düsseldorfer Kunstmuseen und -institutionen mit bedeutenden Ausstellungen beteiligen.
„In der Regel lehne ich es ab, per Auftrag ein Bild für eine Veranstaltung zu machen“, erklärte Andreas Gursky am Dienstag, nachdem er mit Oberbürgermeister Joachim Erwin das Bild enthüllte. Der Bitte, ein Bild als Willkommensgruß für die Quadriennale06 zur Verfügung zu stellen, kam er gerne nach. „Neujahrsschwimmen fiel mir auf Anhieb ein, denn es hat nicht nur einen Ortsbezug, sondern es begrüßt auch alle Quadriennale-Besucher, die am Hauptbahnhof ankommen“, so der Künstler.
Mit dem Bild will die Stadt ein erstes optisches Ausrufezeichen setzen. „Wir freuen uns auf die vielen Gäste aus dem In- und Ausland“, sagt Oberbürgermeister Joachim Erwin. Mit der „Quadriennale06“ will er die Rolle der Kunst für Düsseldorf noch stärker nach außen tragen. Im gesamten Jahr 2006 werden die Düsseldorfer Museen und Kulturinstitute Ausstellungen präsentieren, die nicht nur Kunstliebhaber aus der Region, sondern auch aus dem Ausland anziehen soll. Fünf Millionen Euro stellt die Stadt Düsseldorf an zusätzlichen Mitteln für das Kunstereignis bereit. „Die Stadt möchte mit ihrem Engagement neue Impulse geben und dafür sorgen, dass Düsseldorf stärker als bisher als Zentrum der Bildenden Kunst wahrgenommen wird“, so Erwin. Und so wird zum Auftakt der Quadriennale06 im März auch zum ersten Mal der mit 55.000 Euro dotierte Kunstpreis der Stadt Düsseldorf vergeben.
Von März bis Oktober 2006 präsentieren alle großen Ausstellungshäuser Ausstellungs-Highlights rund um das Thema „Körper“. Das museum kunst palast startet am 9. April 2006 mit der Ausstellung „Zero“ in das Kunstjahr. Im Mittelpunkt der Schau steht die von der Düsseldorfer Künstlergemeinschaft Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker ausgehende international agierende Zero-Bewegung und ihr Wirken von 1957 bis 1966. Am 27. Juli eröffnet die Kunstakademie den Pavillon der Bildhauerei. Als erste Institution in Deutschland widmet das museum kunst palast ab 10. September dem epochemachenden Maler Michelangelo Merisi da Caravaggio eine Einzelausstellung mit Leihgaben aus Rom, Detroit und Odessa.
Ebenfalls ab dem 10. September zeigt das NRW Forum Bruce Naumann: The Human Body. Sechs Tage später eröffnet die Kunsthalle aus dem Bereich der zeitgenössischen Skulptur die Ausstellung „Aus dem Verborgenen – under cover: Berlinde De Bruyckere und Martin Honert“. Am gleichen Tag eröffnet der Kunstverein die Schau von Teresa Margolles, in der Tod und Gewalt die Fundamente der zart anmutenden Installation bilden. Der weibliche Akt steht vom 16. September an im Zentrum der Schau von Bruno Goller in der Akademie-Galerie. Das K21 widmet zum Ende der Quadriennale06 Juan Munoz ab dem 10. Oktober eine umfassende Retrospektive und vereint zum ersten Mal in Deutschland seine wichtigsten skulpturalen Werke, Installationen sowie zeichnerische und akustische Arbeiten.
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