Häufung von Erkrankungen in einem Altenheim: Noroviren: 1112 Menschen infiziert
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 23.05.2007 - 08:20Düsseldorf (RPO). In einem Düsseldorfer Altenheim haben sich mehrere Bewohner mit Noroviren infiziert. Das Gesundheitsamt bestätigte gestern auf Anfrage lediglich eine „Häufung von Erkrankungen in einer Institution“. Doch auch für die gesamte Stadt wird in diesem Jahr ein Anstieg der meldepflichtigen Durchfallerkrankung registriert. In den ersten vier Monaten 2006 waren 300 Infektionen gemeldet worden, jetzt sind es bereits 1112.
Für Medizinerin Eva Rozdzinski im Gesundheitsamt ist das aber kein Grund zur Beunruhigung. Zum einen, weil die Fallzahlen immer wellenförmig im Zwei-Jahres-Rhythmus ansteigen und sinken. Zum anderen, weil „früher nicht so oft auf den Erreger getestet wurde.“ Ohne Labortest ist das Virus als Ursache nicht nachweisbar. Für den Patienten äußert sich eine Norovirus-Infektion genau wie jede andere Magen-Darm-Infektion: Heftiges Erbrechen und Durchfall, gelegentlich leichtes Fieber und ausgeprägtes Schwächegefühl. „Nach zwölf bis 14 Stunden ist der Spuk vorbei“, so Rozdzinski. Gefährlich kann der damit verbundene Flüssigkeitsverlust aber für Senioren und für Säuglinge sein.
Und: Das Norovirus ist hochansteckend. „Nur zehn Viruspartikelchen reichen für eine Infektion.“ Das Virus überträgt sich durch Tröpfchen beim Erbrechen ebenso wie durch Kontakt mit verunreinigten Flächen. Zur Vorbeugung hilft deshalb nur eins: Hygiene.
„Gründliches Händewaschen sollte für Erkrankte und die Kontaktpersonen selbstverständlich sein,“ so Rozdzinski. Für professionelles Pflegepersonal sind zusätzlich gesonderte Kittel, Handschuhe und, in der aktuten Phase, auch ein mundschutz obligatorisch.
Ausrotten lassen sich die Viren wohl nie, sagt die Expertin. „Aber man kann sich schützen.“
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