Kommunen sollen enger zusammenarbeiten: OB Elbers plant Regio-Gipfel
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 03.09.2008 - 09:11Düsseldorf (RPO). Der neue Oberbürgermeister will die Zusammenarbeit mit den Kommunen in der Region verstärken. Deshalb will Dirk Elbers die Stadtoberhäupter an einen Tisch setzen. Es soll der Auftakt für regelmäßige Treffen sein.
Im Wahlkampf hat Dirk Elbers (CDU) stets betont, sich für ein Miteinander in der Region einzusetzen, falls er zum Oberbürgermeister gewählt wird - und stieß damit bei den Nachbarn auf offene Ohren. Dass auf seinen Worten viele Hoffnungen ruhen, wurde am Wahlabend deutlich: Ratingens Bürgermeister Harald Birkenkamp kam zum Gratulieren, Duisburgs OB Adolf Sauerland ebenfalls, und aus Köln reiste sogar Fritz Schramma an.
Zwei Tage nach seinem Wahlsieg packt Elbers das Projekt Kooperation in der Region an. Im Gespräch mit der Rheinischen Post verriet er seine Pläne: Elbers will die Stadtoberhäupter zu einem Regio-Gipfel an einen Tisch holen.
„Die Zukunft gehört den starken Regionen“, sagt der 48-Jährige. „Denn nur gemeinsam können wir der globalisierten Welt etwas entgegensetzen.“ Elbers weiß auch, dass in diesem Bereich ein sensibles Vorgehen wichtig ist. Zu viel Porzellan sei in der Vergangenheit zerschlagen worden. Wichtig sei jedoch, dass auch die Landeshauptstadt von der Zusammenarbeit profitiere. „Dass die Strahlkraft Düsseldorfs für die umliegenden Gemeinden attraktiv ist, ist klar.“ Beide Seiten müssten aber etwas davon haben.
Elbers will dabei vor allem auf die Rheinschiene setzen. Teilnehmer des Gipfels müssten deshalb die Oberbürgermeister von Köln, Bonn, Duisburg und Krefeld sein, aber auch Bürgermeister und Landräte aus den Kreisen Mettmann und Neuss. Völlig unkontrolliert - etwa ins Ruhrgebiet - soll die Kooperation jedoch nicht ausgeweitet werden. „Es sollte schon mental, wirtschaftlich, kulturell und geografisch einen gemeinsamen Nenner geben.“ Mögliche Kooperationsfelder könnten sein:
Kultur Die Quadriennale könnte in die Region ausgeweitet werden. Künstler, die im Umland leben, könnten ebenso einbezogen werden wie Ausstellungsflächen.
Sport In der Region gibt es attraktive Stadien und Sportanlagen. Zurzeit sind die World Games im Gespräch, die in Duisburg und Düsseldorf stattfinden sollen. Ein ähnliches Modell sei auch in einem größeren Radius denkbar, so Elbers.
Verwaltung Im Rahmen der IT-Kooperation zwischen Düsseldorf und dem Rhein-Kreis Neuss werden Synergien in den Feldern der elektronischen Datenverarbeitung innerhalb der Rathäuser genutzt. Einsparpotenzial bisher: 3,5 Millionen Euro. Ähnliche Kooperationen seien auch in anderen Bereichen der Stadtverwaltungen denkbar.
Tourismus Der Rhein, der Kölner Dom, die Museumsinsel Hombroich, der Medienhafen, das Neandertal - in der Region gibt es viele Attraktionen, mit denen Urlauber gelockt werden können. „Damit lässt sich gut werben“, sagt Elbers. Ebenso mit gemeinsamen Auftritten auf Tourismusmessen.
Investoren Anders als sein Vorgänger, OB Erwin, sieht Elbers keine große Konkurrenz zwischen Düsseldorf und dem Umland bei der Vermarktung von Flächen. „Es ist immer ein Geben und Nehmen“, sagt er. „Mal verlieren wir Firmen ans Umland, dafür siedeln andere zu uns über.“
Unternehmen in der Region zu halten, sei auch für Düsseldorf besser, als wenn sie ins Ausland abwanderten. Da der Wohntrend vom Land zurück in die Stadt gehe, sei Düsseldorf insbesondere für Investoren im Bereich Wohnungsbau interessant. Präsentationen der Region etwa bei der Immobilienmesse in Cannes hält er deshalb für denkbar.
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