Unfall bei "Wetten, dass..?": OB: "Wir sind nach wie vor zutiefst geschockt"
VON HANS ONKELBACH UND JUTTA LAEGE - zuletzt aktualisiert: 06.12.2010 - 07:20Düsseldorf (RPO). Auch einen Tag nach dem Unfall spürt man, wie tief die Augenzeugen von dem berührt sind, was sie in der Halle 6 der Messe mit ansehen mussten. Oberbürgermeister Dirk Elbers saß mit seiner Frau Astrid in der ersten Reihe, als Samuel Koch beim Salto-Versuch direkt vor ihnen abstürzte.
"Wir sind nach wie vor zutiefst geschockt", sagt er. "Man kann nur hoffen und beten, dass er dass übersteht." Schlaf gefunden haben er und seine Frau Astrid in der Nacht nicht. Vor allem seiner Gattin war nach dem Sturz das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Sie konnte gar nichts mehr sagen, habe sich aber, so Elbers am Sonntag, inzwischen ein bisschen erholt.
Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die nur wenige Meter entfernt saß, ist immer noch aufgewühlt, als sie am Sonntag erzählt, wie sie den schweren Unfall erlebte. Die Menschen seien geschockt und völlig starr gewesen, viele hätten nur ratlos da gesessen und nicht gewusst, was sie tun sollten. Die FDP-Politikerin lobt aber Thomas Gottschalk. Der Show-Master sei von den Leuten als authentisch und sympathisch empfunden worden, als er im Dialog mit den Zuschauern erklärte, wie er jetzt fühle und dass man die Sendung nicht weiterführen wolle.
Nach dem Unfall waren Strack-Zimmermann und OB Dirk Elbers noch am späten Abend in die Uni-Klinik gefahren, um sich nach dem verletzten Samuel Koch zu erkundigen: "Es war uns wichtig, für die gesamte Stadt dieses Signal zu setzen." Und weiter: "Was für ein Glück, dass wir in Düsseldorf so eine hervorragende Neurochirurgie haben. Besser als dort kann dem jungen Mann nicht geholfen werden."
Auch die stellvertretende Landesvorsitzende der FDP, Gisela Piltz war live in der Sendung. "Es ist genau vor unserem Block passiert", erinnert sie sich. "Danach war es ganz still." Auch sie zollt Gottschalk hohen Respekt. "Er hat die Situation bewundernswert gemeistert." Und: "Es war die richtige Entscheidung, nicht weiterzumachen."
Dass es nun eine Diskussion über den Gefährlichkeitsgrad von Wetten geben wird, liegt für Piltz nahe. Aber sie plädiert vor allem dafür, dass sich der Zuschauer fragen lassen müsse, was er denn sehen wolle. "Ich trete dafür ein, dass eine Sendung auch Erfolg haben muss, wenn man darin nicht sein Leben riskiert."
Völlig unter Schock standen auch Messechef Werner M. Dornscheidt sowie Düsseldorf-Congress-Chef Hilmar Guckert. Nach Abbruch der Sendung standen sie minutenlang wortlos vor ihren Plätzen in der ersten Reihe. Auch sie hatten den Sturz unmittelbar vor sich gesehen.
Die Düsseldorfer Schönheitschirurgin Barbara Sturm, die auf Einladung von Sängerin Cher, geplanter Gast der Sendung, im Promi-Block saß, war ebenso paralysiert. "Cher wäre Wettpatin der Außenwette gewesen. Die soll auch sehr gefährlich gewesen sein. Sie hat mir schon vorher gesagt, dass sie sich Sorgen mache."
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