Benefiz-Queen glaubt weiter an Unschuld: Ohoven-Manager kommt vor Gericht
VON GABY HERZOG - zuletzt aktualisiert: 17.01.2006 - 10:12Düsseldorf / München (RP). Ute-Henriette Ohoven will so lange an die Unschuld ihres ehemaligen Managers glauben, bis das Gegenteil bewiesen ist. Hat sie gesagt. Jetzt rückt der Termin immer näher, an dem zumindest ein erster Teil der Wahrheit ermittelt werden soll. Am Mittwoch beginnt in München der Prozess gegen Heiko Günther alias Ingo Wolf. Der Oberstaatsanwalt am Amtsgericht, Anton Winkler, wirft dem Manager mehrfachen versuchten Versicherungsbetrug und Urkundenfälschung vor.
Günther soll bei Messeaufbauten intakte Bühnen als beschädigt gemeldet haben, um die Versicherungssumme zu kassieren. Dabei soll er gefälschte Rechnungen vorgelegt haben. Günther hatte im November bei der Unesco-Gala im Swissotel in Neuss für Wirbel gesorgt. Der 40-Jährige, der per Haftbefehl aus München und Leipzig gesucht wurde, war kurz vor Beginn der Promiparty von der Polizei festgenommen worden. Ute Ohoven sah ohne den Organisator und den Chef der von ihr beauftragten Agentur „Feine Gesellschaft“ den reibungslosen Ablauf ihrer Promi-Gala in Gefahr.
Nur aufgrund der Fürsprache von Show-Gast US-Schauspieler Larry Hagman (Dalls-Fiesling J.R. Ewing) und gegen eine Kaution von 25000 Euro, die Ute Ohoven selbst gestellt haben soll, wurde er für zwei Tage auf freien Fuß gelassen. Seither sitzt Günther wieder in U-Haft, wurde nach einigen Wochen von seiner Zelle in Düsseldorf in die JVA nach München-Stadelheim gebracht.
Auch wenn die Schuld nicht erwiesen ist - das Amtsgericht mochte Heiko Günther nicht bis zum Prozessbeginn entlassen. „Sie hatten Sorge, dass sich mein Mandant dem Verfahren entziehen könnte“, sagt sein Verteidiger Endrik Wilhelm. „Ich halte das zwar für völligen Blödsinn. Schließlich ist mein Mandant damals, nach der Gala, freiwillig wieder zur Polizei gegangen.“
Der Rechtsanwalt, der in der Vergangenheit auch schon die Familie Ohoven vertreten hat, wird noch mehr Arbeit mit seinem Mandanten haben. Der Prozess in Leipzig, wo Günther räuberische Erpressung vorgeworfen wird, steht noch bevor. Und auch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Eventmanager mit dem falschen Namen.
Es werde geprüft, ob Heiko Günther bei der Unesco-Gala alle Rechnungen ordnungsgemäß bezahlt hat, erklärt Sprecher Johannes Mocken. „Die entsprechenden Akten liegen derzeit noch bei der Neusser Polizei.“
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