Die Gewinner des Wettbewerbs, den die Rheinische Post gemeinsam mit Peek & Cloppenburg ausgeschrieben hat, stehen fest: Jutta Klinn belegt den ersten Platz vor Dorit Kriegel und Charlotte Steinke. Die Jury (v. l.n.r.): Pia Terheyden (RP-Redakteurin), Angela Kelleners (Geschäftsleiterin P&C Düsseldorf) und Sarah Esser (P&C-Zentraleinkäuferin) und Jana Steinig (RP-Anzeigenverkauf) kürte die Sieger. Im Folgenden sehen Sie die zehn besten Teilnehmer. Sie erzählen die Geschichte zu ihrem Kleidungsstück.
Er lachte mich an. Ich war Feuer und Flamme an jenem frostigen Novembertag vor 24 Jahren. Entschlossen betrat ich den kleinen Laden gegenüber der Kurklinik in Bad Neustadt/Saale. Ich zeigte auf das cremefarbene Mohair-Modell im Fenster. „Sie haben ein ausgesprochenes Hutgesicht“, meinte die Verkäuferin, „wollen Sie ihn gleich aufbehalten?“ „Nein“, sagte ich, „ich möchte mich erst langsam an ihn gewöhnen, denn er ist mein erster.“
Wieder zurück in meiner Heimatstadt empfand ich ihn ein wenig aufdringlich. War ich nicht noch etwas zu jung für ihn? Vielleicht sollte ich noch ein paar Jahre warten - bis zu meinem 50sten. „Ein bisschen madamig macht er dich schon“, meinte mein Mann, „mit 60 wird der Hut sicher besser zu dir passen.“
In drei Jahren und vier Monaten werde ich 70. An einem frostigen Dezembertag werde ich ihn endlich tragen! Und mein Mann wird ein paar nette Fotos machen für unsere Freunde und Bekannten - denn ich habe ja ein ausgesprochenes Hutgesicht.
Jutta Klinn, Düsseldorf
Am 17.6.1989 bekam ich von den damaligen DDR-Behörden eine Besuchsreise für eine Woche zu entfernten Verwandten in der BRD genehmigt. Ich nutzte dies, um im Westen zu bleiben. Ich nahm mein rotes Kleid mit, in dem ich mich bei dem Lied „Lady in Red“ von Chris de Burgh in meinen damaligen und jetzt wieder Partner 1988 verliebt habe.
Dorit Kriegel, Düsseldorf
Mein absolutes Lieblingskleidungsstück sind meine dunkelblauen Gummistiefel. „Gummistiefel?“, wird der ein oder andere nun verwundert ausrufen. Ja. Denn sie haben sich in den letzten Jahren als überaus treue Begleiter erwiesen, wenn das Wetter sich mal nicht von seiner schönsten Seite zeigen wollte. Gummistiefel dunkelblau,
sind ein Muss für jede Frau. Will man spazieren durch den Regen, sind diese Schuhe ein wahrer Segen.
Ist das Wetter außer Rand und Band,
kann man sie tragen zum Beispiel am Strand. Charlotte Steinke
Dieses T-Shirt habe ich mir als Single gekauft, und immer wenn ich es anhatte, wurde ich von Männern angesprochen ... Okay, nicht jeder Frosch, der geküsst wurde, wurde zum Prinzen, aber lustig war es immer. Tolles Shirt!!! : -)
Anja Reuter, Düsseldorf
Ich musste nicht lange suchen, um mein liebstes Kleidungsstück zu finden. Ich verbinde es mit dem Menschen, der mir am liebsten ist, meiner Freundin. Wie in einem kitschigen Highschool-Film haben wir uns auf dem Gymnasium kennengelernt. Nach meinem Schulwechsel fiel mir dieses blonde Mädchen mit den blauen Augen sofort auf. Und wie es der Zufall wollte, besuchte sie ausgerechnet meine Stufe. Es dauerte über ein Jahr, bis aus uns ein Paar wurde. An jenem Abend, als wir zusammenkamen, trug ich die hellblaue Seidenkrawatte. Nach zwei Jahren folgte der gemeinsame Abiball, dort trug ich wieder besagte Krawatte. Der Tag unseres Kennenlernens ist nun fast sieben Jahre her. Diese Krawatte erinnert mich an wunderschöne Stunden mit meiner Freundin und wird nur bei besonderen Anlässen aus dem Schrank geholt. In ein paar Jahren vielleicht bei unserer Hochzeit? Patrick Möhn, Düsseldorf
Mein Hochzeitskostüm trug ich zum ersten Mal am 22. Februar 1980 - bei meiner zweiten Eheschließung. Es musste ein weißes Kostüm sein, da ich 15 Jahre zuvor nicht in Weiß geheiratet hatte. Dieses Kostüm hing ich in den Schrank und trug es dann nicht mehr bis zum 22. Februar 2005. Zu unserer Silberhochzeit hatten wir alle Verwandten und einige Freunde eingeladen. Mir kam eine Idee, ich probierte es an und siehe da, es passte noch! Nur den Rock musste ich ein wenig weiter machen lassen. Ich hatte vorher niemandem etwas gesagt. Erst bei einer Ansprache an die Gäste lüftete ich mein Geheimnis. Die Gäste waren sehr erstaunt, als ich auf mein Kostüm zeigte und dann auf das Poster an der Wand, das uns bei unserer Hochzeit vor 25 Jahren zeigte. Von allen alten Kleidungsstücken habe ich mich längst getrennt, nur dieses eine Kostüm werde ich immer behalten. Doris Bovenschen, Düsseldorf
Als Schülerin schwärmte ich für die Mode der 1950er Jahre. Kein Second-Hand-Shop war vor mir sicher, und für ein paar Mark erstand ich dort die herrlichsten Kleidungsstücke: Petticoatröcke, Schneiderkostüme, Cocktailkleider und Abendroben aus Tüll. Auch die Schränke meiner Großmütter mussten herhalten - die waren glücklich, dass die Enkelin das Gesellschaftskleid der Oma in Ehren hielt und hin und wieder ausführte. Dazu gehörten Accessoires: Aus verschiedenen Ladenauflösungen schuf ich mir eine Sammlung mit den allerspitzesten Pumps mit Pfennigabsätzen, und auf den Flohmärkten fand ich Unmengen an Hüten und Handschuhen.
Meine großartigste Quelle aber war die Kleiderkammer der Arbeiterwohlfahrt in Mönchengladbach-Neuwerk. Eines Tages hing er vor mir: Der Traum eines Mantels - ein herrlich hellnougat-farbener glänzender Ausgehmantel, feinstes Schneiderhandwerk, abgerundeter Kragen und Dreiviertelärmel. Gegen einen kleinen Obolus gehörte er mir. Ich war überglücklich - die Krönung meines Kleiderfundus!
Fast 30 Jahre nun begleitet mich dieser Mantel durchs Leben - zu Familienfesten, Vernissagen, Opernbesuchen und letztens auch zu einer rauschenden 50er-Jahre-Party. Und das Unglaubliche daran ist: Er sieht noch immer aus wie neu! Melanie Florin
Es war ein heißer Sommertag, und vielleicht hätte das alleine schon die Erklärung sein können für das, was passierte. Auf der Königsallee kam ich auf die Idee, nach Kleid und Schuh im Schlussverkauf zu schauen. In einem Geschäft begleitete mich eine freundliche Verkäuferin bei jedem Schritt, eine Art „Personal Consultant“, wie ich noch belustigt zur Kenntnis nahm. In der Umkleidekabine stand ein Gläschen Prosecco, fünf Kleider hingen am Haken. Mit steigender Anzahl Prosecco fand ich immer mehr Gefallen an einem Kleid. Rabattiert um 50 Prozent, flötete die Beraterin. Das klang gut, wie ich fand, ohne wirklich auf den Preis zu schauen. Das Kleidchen sollte meins werden.
Auf dem Weg zur Kasse sah ich sie dann, die ultimativen roten Lack-Highheels: ausgefallenes Design, Wahnsinns-Farbe. Das letzte Paar in meiner Größe, heruntergesetzt, so stand’s auf dem Karton, leider ohne weitere Preisangaben. „Siebenhundertfünfundneunzig bitte“, hörte ich die Kassiererin säuseln. Ich lächelte die Dame hinter mir auffordernd an, weil ja vor mir niemand stand. Die Dame hinter mir lächelte nicht. Ich schaute in Richtung Kassiererin: „Meinen Sie mich?“ „Ja, Liebes.“Das Blut schoss mir vom Kopf in die Knie und wieder zurück. 795,00 Euro! Sollte ich schnell aus dem Geschäft laufen, einfach türmen? Ich entschied mich für eine coole Miene - und zückte die Kreditkarte meines Lebensgefährten, die nur Notfällen dienen sollte. Wieder zu Hause fragte der, welcher Anlass zu diesen Schuhen wohl geboren werden müsse: die Oper oder eine Einladung zu einem besonderen Event?
Da stand sie nun, meine neue Liebe - wie eine Trophäe im Schrank. Bis zum 12.8.2010 habe ich sie nur zu Hause vor dem Spiegel angezogen. Doch bei unserem Standesamt-Date habe ich sie dann getragen. Wir hatten einen glänzenden Auf-Tritt! Tina Ebel, Düsseldorf
Mein absolut liebstes Kleidungsstück ist ein schottischer Kilt, original aus schottischem Highlands-Stoff: Tartan, ca. sieben Kilo schwer, in den Traditionsmustern der Mc Louds. Ich liebe das Outfit der Schotten als erklärter Schottlandfan, so wie die Schotten das Outfit der Bayern mit Lederhose mögen. In Deutschland gibt es die ein oder andere Gelegenheit zum Tragen des schottischen Outfits inkl. weißem Mittelalteroberhemd, Original Socken, Gürtel, Bauch-Umhängetasche und der schottischen Distel als Klammer. Nichts geht über Beinfreiheit, im Winter sowie im Sommer. Hauptsache obenrum ist es warm. Ob auf dem Schützenfest in Düsseldorf-Himmelgeist, Oktoberfest Himmelgeist, Walpurgis im Harz, Karneval, Heimspiele der Fortuna, bei Treffen mit Schotten aus Glasgow im Schumacher - der Kilt kommt immer gut. Und was unten drunter ist, verrate ich nicht.
Trage ich den Kilt bei einem Spaziergang über die Kö, nehmen das die Leute als völlig selbstverständlich hin. Herrlich, in Düsseldorf! Trage ich den Kilt beim Urlaub auf Borkum, werde ich häufig auf Englisch angesprochen. Dann antworte ich natürlich auf Englisch, pardon, Scottish!
Als ich das erste Mal einen Schotten im Kilt auf dem Parkplatz zum Tal von Glencoe vor Jahren sah, war ich von dieser Kleidung fasziniert. Wahrscheinlich habe ich in früheren Leben unter Braveheart gedient, wer weiß? Ein Geizkragen bin ich aber nicht, denn als Baumgeistsekretär der Himmelgeister Kastanie habe ich ’ne Menge Ausgaben und Arbeit mit Tausenden von Briefen an den berühmten Baum in Düsseldorf-Himmelgeist. Wenn aber Schotte Axel Römer dort mit seinem Dudelsack im Himmelgeister Rheinbogen auftaucht, bin ich in meinem Kilt nicht mehr zu halten. Dann beruhigt mich nur noch ein edler Single Malt Whisky von der Spey Side oder den Islays. Andreas Vogt, Düsseldorf
Viele Jahre habe ich meine Lieblingsjacke getragen, dunkelgrüne Ärmel und Rückenteil und vorne Loden mit Trachtenknöpfen. Mein Mann schenkte sie mir 1962, als wir einige Wochen verheiratet waren. Ich habe diese Jacke immer noch. Sie hat viele Umzüge überstanden. Meine Kinder haben sie in der Adventszeit bei Krippenspielen und in der Schule getragen - als Josef und als Hirte. Viele schöne Erinnerungen schenkt mir diese Lieblingsjacke. Für den Container ist sie mir auch nach 48 Jahren zu schade. Marlene Jansen, Kaarst