Tot in einer Mansardenwohnung: Paar stirbt durch Schüsse
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 03.11.2007 - 12:21Die Polizei fand am Freitag Abend einen Mann und eine Frau tot in einer Mansardenwohnung in Angermund. Beide wurden mit einer Pistole erschossen. Die Kripo geht von Mord und Selbstmord aus.
Als gestern am späten Nachmittag nach einem schmutzig-grauen Novembertag die Dämmerung über der Stadt schnell in Dunkelheit überging, muss ihn die Verzweiflung übermannt haben. Oder sie. In der Nacht haben Tatortspezialisten die hübsche Dachgeschosswohnung im Haus Angerbenden43 auf den Kopf gestellt. Doch welcher der beiden Menschen, die hier tot aufgefunden wurden, zuerst geschossen hat, wird erst die Gerichtsmedizin klären können.
Ein Vier-Parteien-Haus, rot geklinkert, im gutbürgerlichen Angermund, eine nicht eben schlechte Wohnlage. Hier stehen teure Autos in Garagen, nicht auf der schmalen Straße, auf der jeder Fremde schnell auffallen würde. Zögernd öffneten sich gestern die Türen der Nachbarhäuser, ungläubig beobachteten die Anwohner den Polizeieinsatz.
Um 17.15Uhr hatten Mitbewohner in dem Mehrfamilienhaus die Polizei angerufen: In der Dachwohnung links, bei Familie A. seien Schüsse gefallen. Die Polizei alarmiert den Rettungsdienst, der parallel zu den Beamten der Wache in Lohausen losrast. Minuten später treten Polizisten, mit Schutzwesten gegen weitere Kugeln gesichert, die Tür auf - und stecken ihre eigenen Waffen weg. Auch der Rettungswagen ist nicht mehr nötig. Der Notarzt kann hier nicht mehr tun als den Tod der Frau und des Mannes festzustellen, bei denen es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die Wohnungsinhaber, die 48-jährige Marion und den 52-jährigen Rainer A. handeln dürfte. Woher die Pistole stammt, die bei den Leichen liegt, steht noch nicht fest.
„Nach dem ersten Eindruck gehen wir von einem Mord mit anschließendem Suizid aus“, erklärte am Abend Polizeisprecher André Hartwich, während die Spurensicherung noch am Tatort arbeitete. Nach Informationen unserer Zeitung sollen schon am Vorabend Schüsse aus der unmittelbaren Umgebung gemeldet worden sein, die aber nicht genauer lokalisiert werden konnten. Ob die Tragödie in der Dachwohnung womöglich mehr als 24 Stunden dauerte, bevor sie mit dem letzten tödlichen Schuss endete, werden die Ermittlungen der Polizei ergeben.
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