Malkasten: Park-Eingang zu eng für Behinderte
VON ANANDA MILZ UND JAN WIEFELS - zuletzt aktualisiert: 12.05.2009 - 08:00Düsseldorf (RPO). Seit vergangener Woche ist der historische Park des Künstlervereins Malkasten für Besucher geöffnet. Wer den Eintritt von zwei Euro zahlt, kann das Drehkreuz am Eingang passieren. Doch nicht alle: Für Menschen im Rollstuhl und Eltern mit Kinderwagen ist der Einlass zu eng.
Ein gemütlicher Nachmittag im neu eröffneten Malkasten-Park sollte es für Willi Fonk und seine Frau am Sonntag werden. Doch das Ehepaar kam nicht weiter als bis zum Eingang: Da Marianne Fonk im Rollstuhl sitzt, konnten sie das enge Drehtor nicht passieren. "Ein anderen Eingang haben wir nicht gefunden", sagt Willi Fonk verärgert.
Vergangene Woche wurde der historische Park an der Jacobistraße nach dreijähriger Restaurierung für Besucher geöffnet. Rund eine Million Euro hat es gekostet, den unter Denkmalschutz stehenden Park neu zu gestalten. Mit rund 624.000 Euro beteiligte sich auch die Stadt an der Park-Sanierung. Die restlichen Kosten teilten sich die Stiftung-NRW für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege sowie der Künstlerverein Malkasten selbst.
Der Vorsitzende des Vereins, Robert Hartmann, sieht die eingeschränkte Situation für Gehbehinderte am Eingang indes entspannt. "Sie sollen einfach nur bei uns am Büro schellen, dann lassen wir sie durch die Tür herein."
Der Knackpunkt aus seiner Sicht: Die Kosten für ein anderes Drehkreuz seien schlichtweg zu hoch und für den Verein nicht tragbar gewesen. "Außerdem unterliegen wir keinen rechtlichen Vorschriften, barrierefrei zu bauen", betont Hartmann.
Anderer Meinung ist hingegen Architekt Achim Röthig, der mit den Umbauarbeiten der Parkanlage beauftragt war. "Für mich war es eine Frage der Zeit, bis Beschwerden kommen." Zwar sei die Barrierefreiheit durch ein Tor neben dem Drehkreuz gewährleistet, dieses müsse aber eigens von Mitarbeitern aufgeschlossen werden.
Wollen Menschen im Rollstuhl, mit Rollatoren oder mit Kinderwagen außerhalb der Bürozeiten des Künstlervereins in den Park, ist niemand da zum Aufsperren. Da der Pempelforter Garten täglich von 10 bis 20 Uhr besucht werden kann, ist das etwa abends und an den Wochenenden der Fall.
"Jetzt ist es eine reine Organisationsfrage", sagt Röthig. "In der Planung haben wir bereits über dieses Problem gesprochen." Der Architekt schlägt vor, gegebenenfalls den Restauarantbetreiber im Malkasten beim Öffnen des Tores miteinzubeziehen.
Dass der Park für Menschen im Rollstuhl nur über diesen Umweg zugänglich ist, hält Rudolf Paschke, erster Vorsitzender vom Kreisverband des Sozialverbands VdK, für "ein Unding". Gerade bei neuen Projekten müsse im Vorfeld ein uneingeschränkter Zugang für alle eingeplant werden. "Besonders dann, wenn die Stadt als Geldgeber auftritt."
Auf Unverständnis trifft die aktuelle Regelung auch bei Christiane Andrée, die sich unter anderem in der Arbeitsgemeinschaft der Vereine behinderter und chronisch kranker Menschen engagiert. "Praktisch wäre es, wenn das Tor mit dem Universalschlüssel zu öffnen wäre, mit dem Behinderte auch Toiletten auf Raststätten aufschließen können", schlägt sie vor.
Der Kulturdezernent der Stadt, Hans-Georg Lohe, beschwichtigt hingegen: "Man sollte es von einer anderen Warte sehen. Bis vorige Woche war der schöne Garten für die Öffentlichkeit gar nicht geöffnet."
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