Mehr Plätze für unter Dreijährige: Pavillons, mehr Kita-Plätze
VON GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 07.04.2006 - 08:20Düsseldorf (RP). Die Landeshauptstadt ist reich und kümmert sich um seine Bürger. Nur nicht schnell genug, findet die SPD. „Wir müssen die Kitas zügiger ausbauen“, so Walburga Benninghaus (SPD) am Donnerstag im Rat. „Wir haben nun mal mehr allein Erziehende als andere Städte.“ Ihre Parteikollegin Gudrun Hock ergänzte: „Wenn wir super bleiben wollen, müssen wir besser werden.“ Die SPD habe stets eine Versorgungsquote von 25 Prozent für die unter Dreijährigen gefordert. Gestern auch wieder.
Und: Die geplanten Neubauten sollten endlich realisiert werden. Abgelehnt. CDU und FDP stimmten erwartungsgemäß gegen den Antrag. Grund: Das setze die Stadt ohnehin um. In der Liste der Neuschaffungen, Stand 31. März, seien 562 zusätzliche Betreuungsplätze sowie 200 weitere für U-3-Kinder enthalten. Fast alle Kita-Erweiterungen starten zum 1.August 2006.
Jugendpolitikerin Hildegard Kempkes (CDU) verwahrte sich gegen einen „Notstand“, sprach von den exzellenten Düsseldorfer Zahlen - und den schlechten der Nachbarstädte. Wer nicht versorgt sei, könne sich melden: „Geholfen wird in diesem Jugendamt jedem.“ Die CDU-Fraktion warf den Eltern und dem politischen Gegner vor, eine „Kampagne“ angezettelt zu haben.
Als eine „Reaktion“ auf die vermeintliche Kampagne werteten die Grünen, dass in besagter Liste oft von „kurzfristigen“ Pavillon-Aufstellungen die Rede ist. Letztere soll es in Lohausen und Stockum, eventuell auch in Wersten und sicher in Gerresheim geben. Dort sollen 14 U-3-Plätze entstehen - bis der Neubau fertig ist, auf den der Stadtteil seit Jahren wartet. „Das Problem an der Von-Gahlen-Straße“, so Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) dazu, „ist, dass sich Nachbarn mit Rechtsmitteln gegen die Kita wehren.“ Es sei einfacher, eine Autobahn zu bauen als eine Kita.
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