Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet: Personalbetrug bei der AWO?
zuletzt aktualisiert: 22.12.2004 - 08:57Düsseldorf (dto). Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft beschäftigt sich derzeit mit einem möglichen Fall von Personalbetrug bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Düsseldorf. Die ehemalige Chefin der charitativen Einrichtung behauptet in einer Strafanzeige gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber, dass die AWO über mehrere Jahre 4,5 Millionen Euro von den Pflegekassen zu unrecht kassiert haben soll. In der AWO wird vermutet, dass sich die Frau mit dem Wissen aus ihrer Tätigkeit für ihre fristlose Kündigung rächen will, berichtet die Rheinische Post.
Eine Entscheidung, ob in dem Fall ermittelt wird, hat die Staatsanwaltschaft noch nicht getroffen. Sie sichtet derzeit die Unterlagen, hat den Fall aber schon einmal in die Wirtschaftsabteilung verwiesen. Da in der Anzeige der ehemalige AWO-Geschäftsführer und SPD-Ratsmitglied Karl-Josef Keil namentlich genannt wurde, habe sich dessen Rechtsanwalt bereits an den Staatsanwalt gewandt, berichtet die Zeitung.
In der Anzeige von Ex-AWO-Chefin Ruth Damerius wird konkret der Vorwurf erhoben, die AWO habe in vier Düsseldorfer Altenheimen Personalkosten gegenüber den Pflegekassen geltend gemacht, die tatsächlich garnicht entstanden waren. Es soll sich um etwa zwölf Stellen handeln, die eingerichtet, aber nur zeitweise besetzt waren.
Die AWO und auch andere Verbände rechnen ihre Personalkosten nicht auf Heller und Cent ab, will die RP aus AWO-nahen Kreisen erfahren haben. Begründung: Eine Pflegestelle könne allein praktisch nicht immer auf ein ganzes Jahr hin besetzt werden. Damerius behauptet allerdings, dass das nicht verwendete Geld in andere Bereiche der AWO umgelenkt worden sei.
SPD-Landtagskandidat und AWO-Vorstand Bernd Flessenkemper vermutet jetzt, Damerius wolle sich für ihre fristlose Kündigung vom Sommer rächen. Die wird im Janauar vor dem Düsseldorfer Arbeitsgericht in einem Gütetermin verhandelt.
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