Fürstenplatz: Pfarrhaus wird Kloster
VON WOLFGANG BERNEY - zuletzt aktualisiert: 21.12.2009 - 07:37Düsseldorf (RPO). (RP). Am Fürstenplatz entsteht ein neues Kloster. Im alten Pfarrhaus der St. Antoniuskirche werden Anfang nächsten Jahres Nonnen einziehen – Schwestern aus dem Orden "Holy Ghost" (Heiliger Geist). Es sind überwiegend Afrikanerinnen. Sie sollen, so sagt Paul-Ludwig Spies, ehemaliger, langjähriger Pfarrer an St. Antonius, im sozialen Bereich – vor allem in der Krankenpflege – tätig sein. 15 Nonnen werden erwartet.
Momentan sind Handwerker beschäftigt, das große Haus mit den 16 Zimmern direkt neben der Kirche zu sanieren und für die Schwestern umzubauen. Das Erzbistum Köln hat längere Zeit nach einer neuen Verwendung für das Pfarrhaus gesucht. Mehr als 20 Jahre wohnte Pfarrer Paul-Ludwig Spies dort. Das Haus war so groß, dass er die meisten Räume gar nicht nutzen konnte. Das Gebäude war in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts errichtet worden und ursprünglich als Sitz eines Bischofs von Düsseldorf gedacht.
Wegen der Neuorganisation der katholischen Kirchengemeinden in Düsseldorf musste Spies vor gut einem Jahr sein Amt als Pfarrer an St. Antonius am Fürstenplatz auf Weisung des Erzbischofs aufgeben. Doch die Kölner Kirchenleitung ließ ihm genügend Zeit, sich eine neue Wohnung zu suchen. Jetzt hat Spies eine Zuhause in der Nähe der Bilker Kirche gefunden. Er ist wegen der allgemeinen Personalnot der Kirche übrigens fast genauso aktiv wie zu seiner Zeit an St. Antonius. "Ich halte Messen in Flehe und in Rath, in St. Lambertus und an anderen Kirchen."
Den Einzug der Nonnen im alten Pfarrhaus begrüßt Spies. Dennoch hätte er sich eine andere Verwendung gewünscht. "16 Räume – da ließe sich doch wunderbar ein Haus für pensionierte Pfarrer einrichten, ein Projekt, das es so in Düsseldorf noch nicht gibt." Viele seiner Amtsbrüder lebten derzeit isoliert in Altenheimen. "In Gemeinschaft mit anderen katholischen Priestern bei interessanten Gesprächen über Gott und die Welt hätten sie hier einen schönen Lebensabend verbringen können", sagt er
Kirche im Krieg zerstört
Die St. Antoniuskirche am Fürstenplatz wurde von 1904 bis 1909 gebaut. Am 12. und 13. Juni des Jahres 1943 wurde das mächtige Gotteshaus durch eine Luftmine und Brandbomben stark zerstört. Der Dachstuhl, das Gewölbe, die Fenster und die Sakristei gingen dabei in Flammen auf. Am 3. Oktober 1943 zerstörte ein erneuter Angriff die Kirche dann fast vollständig. Turmhelm und Orgel brannten ab. 1947 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Am 26. September 1949 kehrten die vier im Krieg beschlagnahmten Glocken zurück. Sie waren nicht mehr für den Krieg eingeschmolzen worden. Am 22. Dezember 1954, zwei Tage vor Heiligabend war der Wiederaufbau abgeschlossen.
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