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Eine Serie von Qualitätsmängeln auf Baustellen von Bilfinger Berger kratzt am Image des Mannheimer Baukonzerns. Staatsanwaltschaften und öffentliche Verwaltungen prüfen, ob beim U-Bahn-Bau in Köln und Düsseldorf sowie beim Bau der ICE-Bahnstrecke zwischen München und Nürnberg gepfuscht wurde. Im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Vorfällen.
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WAS SIND DIE VORWÜRFE?
Bilfinger Berger ist in Deutschland unter anderem als Spezialtiefbau-Unternehmen aktiv und gilt als Experte für den Bau von Verkehrswegen mit Brücken und Tunnel. Bei den Tunnel-Bauten für zwei U-Bahn-Strecken in Köln und Düsseldorf werden die Baugruben durch sogenannte Schlitzwände gestützt: Das sind Betonwände an den Rändern der Baugruben.
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WAS SIND DIE VORWÜRFE?
Dabei wurden offenbar Bewehrungen und Anker nicht im erforderlichen Umfang eingebaut, Messprotokolle sollen manipuliert worden sein. Zum Teil sollen die Stahlbügel abgezweigt und an Schrotthändler verkauft worden sein. Bei der ICE-Strecke in Bayern besteht der Verdacht, dass Erdwälle entlang der Bahntrasse nicht richtig abgesichert wurden und Erdanker nicht im erforderlichen Umfang eingebaut wurden.
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SIND WEITERE BAUPROJEKTE BETROFFEN?
Bilfinger Berger prüft derzeit, ob weitere Bauprojekte Mängel aufweisen. Die Untersuchungen des Unternehmens beschränken sich auf noch laufende Bauprojekte, bei denen Schlitzwände eine tragende Funktion zukommt. Untersucht werden von Bilfinger Berger zudem alle Projekte, in denen jene drei leitenden Mitarbeiter für die Errichtung der Schlitzwände verantwortlich waren, die das Unternehmen inzwischen freigestellt hat.
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SIND WEITERE BAUPROJEKTE BETROFFEN?
Im Fokus stünden weniger als zehn Projekte, heißt es bei Bilfinger Berger. Die Düsseldorfer Bezirksregierung hat ALLERDINGS zehn Städten des Landes Nordrhein-Westfalen aufgefordert, alle Infrastruktur-Projekte der vergangenen 40 Jahren unter die Lupe nehmen.
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WIE SICHER SIND DIE BAUWERKE?
Bilfinger Berger versichert, dass alle Bauwerke standsicher seien und keine Einsturzgefahr bestehe. Allerdings ist es in Köln Anfang März 2009 zum Einsturz des Stadtarchivs gekommen. Zwei Menschen starben bei dem Einsturz, die Untersuchungen zu den Ursachen des Unglücks sind noch nicht abgeschlossen.
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WIE SICHER SIND DIE BAUWERKE? Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hatte jedoch bereits im vergangenen Jahr einen Zusammenhang zwischen Tunnelarbeiten beim Bau der U-Bahn-Strecke "Nord-Süd-Stadtbahn" und dem Einsturz des Stadtarchivs dargestellt. Ein Rolle könnte dabei übermäßig abgepumptes Grundwasser spielen.
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WIE GROß KÖNNTE DER FINANZIELLE SCHADEN SEIN?
Über das Ausmaß der Schäden gibt es bisher keine verlässlichen Schätzungen. Bilfinger Berger geht davon aus, dass der Versicherungsschutz für alle Schäden greift. Mögliche Schäden seien selbst dann abgesichert, wenn Mitarbeiter fahrlässig gehandelt oder Protokolle bewusst manipuliert hätten. Über den Umfang des Versicherungsschutzes schweigt Bilfinger Berger bisher. Sollte sich der Verdacht auf Pfusch erhärten, könnte Bilfinger Berger zu Nachbesserungsarbeiten verpflichtet werden.
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WIE GROß KÖNNTE DER FINANZIELLE SCHADEN SEIN?
Die zusätzlichen Arbeiten könnten sich negativ auf die Rendite der Bauprojekte auswirken. Wegen dieser Unsicherheiten ist der Aktienkurs von Bilfinger Berger in den vergangenen Tagen kräftig gefallen. Die Investmentbanker von Equinet gehen bislang von Schäden in Höhe von einer halben Milliarde Euro aus, was den Börsenwert um zwölf Euro je Aktie mindere.
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IST BILFINGER BERGER ALLEIN HAFTBAR ZU MACHEN?
Der U-Bahn-Bau in Köln wird von einer Arbeitsgemeinschaft verantwortet, an der Bilfinger Berger, die niederländische Royal BAM Groep und die Tochter Züblin der österreichischen Strabag zu je einem Drittel beteiligt sind. Die Arbeitsgemeinschaft wird allerdings von Bilfinger Berger geführt. Bei dem möglicherweise von Baumängeln betroffenen Abschnitt der ICE-Strecke in Bayern hat Bilfinger Berger im Auftrag eines mittelständischen Wettbewerbers gearbeitet. Bei der Düsseldorfer U-Bahn ist Bilfinger Berger alleiniger Auftragnehmer.