Flughafen Düsseldorf: Piloten mit Laserstrahlen geblendet
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 09.12.2009 - 07:26Düsseldorf (RPO). Beim Landeanflug auf Düsseldorf hat es in den vergangenen Monaten Attacken vom Boden aus auf die Flugzeugführer mit Laserpointern gegeben. Weder die Flugsicherung noch die Airlines haben genaue Zahlen – aber die Fälle häufen sich bundesweit, sagt die Piloten-Vereinigung Cockpit.
Laserpointer – normalerweise werden sie benutzt, um an die Wand projizierte Karten, Grafiken oder Schaubilder punktgenau zu erklären. Aber immer häufiger werden sie neuerdings zur Waffe – und zwar gegen Piloten in landenden Flugzeugen. Die berichten immer häufiger von plötzlichen Lichtblitzen, die vom Boden aus gezielt ins Cockpit gerichtet werden und die Flugzeugführer blenden, wenn sie das Auge treffen.
Auch am Flughafen Düsseldorf hat es solche Fälle gegeben. Wie viele es waren, weiß angeblich niemand. Michael Fuhrmann von der deutschen Flugsicherung (DFS): "Es gibt diese Fälle bundesweit, auch in Düsseldorf. Aber wie viele es insgesamt oder an den einzelnen Standorten sind, wissen wir nicht. Die Airlines sind nicht verpflichtet, das immer zu melden."
Gefährlicher Eingriff
Bei Air Berlin sieht man das anders. Sprecher Hans-Christoph Noack bestätigt, dass man solche Attacken auf die eigenen Piloten bereits mehrfach registrieren musste. Genaue Zahlen kann oder mag er nicht nennen, nur so viel: "Vielleicht eine Handvoll!" Aber man habe die Piloten angewiesen, jeden Vorfall zu melden. Diese Info wird dann weitergeleitet an das Luftfahrtbundesamt, und von dort an die Staatsanwaltschaft. Denn eine solche Attacke ist ein gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr, damit ein strafrechtliches Delikt und wird mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren bestraft.
Das ist den Tätern meist nicht bewusst, sagt Michael Fuhrmann von der DFS, er glaubt, dass es sich bei ihnen meist um Jugendliche handelt, die glauben, mehr als ein Dummer-Jungen-Streich sei das nicht. "Ein großer Irrtum, was da passiert, kann viele Menschen das Leben kosten." Lufthansa-Sprecher Bernd Hoffmann bestätigt, dass auch Deutschlands größte Fluggesellschaft solche Vorfälle erlebt. "Es gab einzelne Fälle, wir nehmen das sehr ernst," sagte Hoffmann im Gespräch mit der Rheinischen Post.
Meist passieren die Attacken im Landeanflug, wenn die Jets also schon sehr tief sind. Woher die Strahlen kommen, ist schwer auszumachen. Allerdings ist es in Berlin und Köln bereits einmal gelungen, die Täter ausfindig zu machen. Bei den Laserpointern, die aussehen wie kleine, schlanke Taschenlampen, handelt es sich um Geräte, die einen hochkonzentrierten Lichtstrahl produzieren und diesen über mehrere Kilometer aussenden können.
Im Internet leicht zu kaufen
Im Internet werden leistungsstarke Varianten dieser Geräte für wenige Euro angeboten, sind also für jedermann leicht zu bekommen. "Das müsste man eigentlich als erstes unterbinden," sagt Jan Krawitz, Sprecher der Pilotenvereinigung Cockpit. Er fordert ein Verbot des freien Verkaufs dieser Laserpointer.
Nach Aussage der Pilotenvereinigung tauchte das Phänomen erstmals vor rund fünf Jahren in den USA auf, aus dem Jahr 2004 gebe es eine Statistik darüber. Damals sei die Zahl dieser Attacken in den USA im zweistelligen Bereich gewesen. Inzwischen seien sie deutlich dreistellig, heißt es. Und in den vergangenen Monaten beobachte man in Deutschland ein Ansteigen der Zahlen.
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