Düsseldorf: Pläne für Kohlekraftwerk werden überprüft
zuletzt aktualisiert: 14.03.2009 - 13:10Düsseldorf (RPO). Könnte der Aufsichtsrat der Stadtwerke gestern den Einstieg aus dem Ausstieg des Baus eines Kohlekraftwerks ins Auge gefasst haben? Kenner der energiepolitischen Szene schließen das aufgrund der Formulierungen einer Erklärung des Gremiums nicht aus. "Das Unternehmen prüft Alternativen zum geplanten Kraftwerksprojekt auf der Lausward", teilten die Stadtwerke mit.
Zudem sei es nötig, die Wirtschaftlichkeit eines Kraftwerks erneut zu prüfen. Denn durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hätten sich die Rahmenbedingungen dramatisch geändert. Für Fachleute sind darunter niedrigere Preise an der Strombörse, weniger Stromverbrauch, niedrigere Baukosten, dafür höhere Kreditkosten, aber auch Belastung durch Umweltabgaben zu verstehen.
Für das Aktionsbündnis von Umweltverbänden, das gestern vor dem Verwaltungssitz der Stadtwerke eine Mahnwache hielt, kann aus den neuen Rahmenbedingungen nur ein Schluss gezogen werden: "Ein Kohlekraftwerk rechnet sich nicht, wohl auch deshalb hat jetzt der Konzern Vattenfall den Bau eines Kraftwerks in Berlin aufgegeben", sagte Dirk Jansen, Landesgeschäftsführer des BUND.
Deshalb fordert das Bündnis die Stadtwerke auf, den Antrag auf Genehmigung des Kraftwerks bei der Bezirksregierung zurückzuziehen. Das entspreche auch dem Willen des Düsseldorfer Stadtrates, der sich bereits Ende 2008 gegen das Kohlekraftwerk ausgesprochen habe. 2500 Bürger haben die Forderung des Aktionsbündnisses mit ihrer Unterschrift unterstützt, die Listen wollte Jansen dem Aufsichtsrat übergeben. Doch der lehnte eine Unterredung ab.
Die Stadtwerke suchen allerdings das Gespräch mit der Politik. Die Projekte für die eigene Strom-Wärmeproduktion, die für Düsseldorf wichtig sei, würden intensiv mit den Politikern und dem Mutterkonzern EnBW beraten, hieß es.
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