Alkoholismus: Plakat gegen Komasaufen
VON JULIA PUZALOWSKI - zuletzt aktualisiert: 30.05.2010 - 09:46Als der Pressesprecher der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK), Rainer Lange, bei Familie Haarmeier anrief, dachte Claudia Haarmeier zunächst an einen Werbeanruf. Doch als Lange dann offenbarte „Ihre Tochter hat den Plakat-Wettbewerb gewonnen“, fiel es ihr wieder ein: Deborah hatte wochenlang an ihrer Zeichnung getüftelt. 500 Euro und eine Reise nach Berlin sind nun der Lohn, denn das Plakat der 17-Jährigen ist das schönste von 600 eingesendeten aus ganz NRW.
Verständnis statt Zeigefinger
Der Wettbewerb „Bunt statt blau“ soll Jugendliche gegen das so genannte Komasaufen sensibilisieren. „Wir wollen die Jugend aktivieren, über sich selbst nachzudenken“, erklärt Harald Prager, der stellvertretende Leiter des Düsseldorfer DAK-Servicezentrums. Gegen den übermäßigen, oft verantwortungslosen Umgang mit Alkohol helfe es viel mehr, wenn Jugendliche sich untereinander austauschten, als wenn Erwachsene den Zeigefinger erhoben, ist der Familienvater sich sicher. Deborah Haarmeier weiß: „Alkohol ist nicht schlimm, solange man verantwortungsbewusst damit umgeht.“
Zusammen mit ihrem Freund kam sie auf die Idee zu dem Plakat: Es zeigt das enttäuschte Gesicht eines Mädchens und im Hintergrund einen Jungen, der sich frustriert die Hose wieder anzieht. „Steh deinen Mann - ohne Alkohol geht’s besser“ steht darüber. Der Wettbewerb fand in allen 16 Bundesländern statt. Das Plakat der Düsseldorfer Schülerin ist das schönste NRWs und wurde sogar bundesweit unter die besten drei gewählt.
Die 500 Euro, die ihr die Zeichnung eingebracht hat, wird Deborah in ihren Führerschein investieren. Die Teilnehmer aus Sachsen und Berlin machen ihr nun noch Konkurrenz um den Gesamtsieg. Sie alle treffen nächste Woche in Berlin die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans und die Band „Monrose“. Denn die bildeten gemeinsam mit Vertretern der Versicherung die Jury. Sie werden dann den Jugendlichen mitteilen, wer als Gesamtsieger weitere 1000 Euro erhält.
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