Sheer, Linsen und Plasberg in Talk-Runde: Politik stand im Mittelpunkt des Kö-Talks
zuletzt aktualisiert: 14.10.2005 - 11:37Düsseldorf (dto). So politisch ging es beim Kö-Talk wahrscheinlich noch nie zu. Kein Wunder, sind die Koalitionsverhandlungen gerade im vollen Gange und hießen die Gäste bei Jan Hofer auch Helmut Linsen, NRW-Finanzminister (CDU), Frank Plasberg, Moderator von „Hart aber Fair“ und Ireen Sheer, die sich als Merkel-Fan outete.
„Ich habe mir ein anderes Wahlergebnis gewünscht“, erklärte NRW-Minister Linsen auf Hofers erste Frage und eröffnete damit einen munteren Politiktalk, in dessen Verlauf Frank Plasberg zum Teil die Rolle von Jan Hofer übernahm und nicht nur von seinen eigenen Gefühlen bei der Bundestagswahl und anschließenden Elefantenrunde erzählte, sondern gerne auch selbst bei den anderen Gästen nachhakte. „Ich war fassungslos, als ich Schröder sah in der Elefantenrunde“, erzählte der Moderator von „Hart aber Fair“. „Schröder hatte alles richtig gemacht, einen sensationellen Wahlkampf geleistet und dann innerhalb von Minuten alles zerstört.“
Während Linsen den Kanzler in der Runde als „alten Chauvi“ bezeichnete, fragte Plasberg nach, ob die SPD, wenn „Schröder sofort Merken gratuliert hätte, jetzt auch acht Minister im Kabinett hätte.“ Ireen Sheer ging in dieser Runde beinahe etwas unter, wollte sich politisch auch gar nicht so sehr öffnen, weil sie „als Engländerin hier sowieso nicht wählen darf.“ Dennoch bekannte sie sich als Merkel-Fan, erzählte dann aber mehr von ihren eigentlichen Musik-Vorlieben, dass sie Udo Jürgens bewundere und seine Musik liebe und sie eigentlich gerne auch etwas anderes singen würde, als nur Schlager.
„Ich bin in eine Schublade gesteckt worden, aus der ich nicht mehr herauskomme“, sagte sie, die mit Produzent Ralf Siegel bekannt wurde und viele Jahre in Düsseldorf lebte. Nachdem Hofer sie dann überredet hatte, spontan in der Lichtburg etwas a cappella zu singen, übernahmen dann aber Linsen und Plasberg wieder die Runde und lieferten sich ein Wortgefecht über die Medien und ihre Macht in der Politik. „Wer mit den Medien nicht kann, hat schon verloren“, behauptete Linsen. Plasbergs Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Kohl war so was von unmedial, wenn das stimmen würde, was sie sagen Herr Linsen, dann wäre Kohl nie gewählt worden.
Am 10. November geht der Kö-Talk in die nächste Runde. Die Gäste stehen noch nicht fest.
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