Neue Funkstreifenwagen: Polizei mit Hightech auf der Autobahn
VON ANJA WERTH - zuletzt aktualisiert: 21.09.2010 - 07:55Düsseldorf (RPO). Die Düsseldorfer Autobahnpolizei hat 15 neue Funkstreifenwagen erhalten. Nach und nach sollen die VW-Passat-Modelle, die technisch auf dem neuesten Stand sind, die insgesamt 74 Opel Vectra ablösen, mit denen die Polizisten im Regierungsbezirk Düsseldorf unterwegs sind.
Ein Szenario, wie es jeden Tag vorkommt: ein Unfall auf der A 46 Richtung Hilden. Die Autobahnpolizei ist schon da, der Verkehr staut sich kilometerweit, und bis der Notarzt ankommen wird, geht wertvolle Zeit verloren. Künftig können die Polizisten jetzt vom Streifenwagen aus Hilfe bei den Autofahrern im Stau suchen: "Arzt gesucht – Doctor wanted" steht dann im Display auf dem Autodach.
Eine von vielen neuen Möglichkeiten der vorerst 15 neuen Streifenwagen, mit denen die Autobahnpolizei seit gestern ausgestattet ist. Täglich fahren die Beamten in drei Schichten die Autobahnen im Regierungsbezirk Düsseldorf ab, sechs Millionen Kilometer kommen da im Jahr zusammen, und natürlich geht es nicht nur ums Fahren.
"Wir helfen liegengebliebenen Verkehrsteilnehmern, sichern Unfallstellen, geben Umleitungsempfehlungen, wenn ein Stau entsteht", beschreibt Wolfgang Tillmann, Hauptkommissar bei der Autobahnpolizei und Wachleiter der Autobahn in Mülheim, die Aufgaben.
Kein Stress durchs Martinshorn
Um technisch auf dem neuesten Stand zu sein, sind jetzt 15 neue Streifenwagen in Betrieb genommen worden: Die VW-Passat-Kombis haben 170-PS-Dieselmotoren und Doppelkupplungsgetriebe und sind mit reichlich neuer, polizeispezifischer Sonderausstattung schnelle und sichere Arbeitsplätze.
Das neue Dialogfeld auf dem Dach kann etwa nicht bloß einen Mediziner am Straßenrand suchen, sondern im Vorbeifahren "unmissverständliche Informationen" an die Verkehrsteilnehmer geben: Stau, Unfall, Spur gesperrt, Glätte, Ölspur, Schwertransport – Botschaften, die es ab sofort auch auf Englisch gibt und die direkt vom Fahrzeugcockpit aus gesteuert werden. Und weil Bilder manchmal mehr als Worte sagen, sind auch Richtungspfeile im Angebot. Dass das "Bitte folgen" nur nach hinten sichtbar wird und "Stopp Polizei" in Spiegelschrift auf dem vorderen Display zu lesen ist, versteht sich von selbst.
Außerdem gibt's ein neuartiges Blaulicht, das sich nachts abdimmen lässt und – Riesenvorteil – das man nur nach vorn oder hinten blinken lassen kann. Bei der Begleitung von Schwerlasttransporten hat deren Fahrer bisher nämlich nach einer Weile nur noch blaues Licht gesehen – die neuen dagegen warnen bloß die anderen Verkehrsteilnehmer, ohne die Konzentration der Transportfahrer überzustrapazieren.
Auch für die Polizisten wird's bequemer: Weil die Lautsprecher jetzt unter der Motorhaube sitzen, kann man sich im Streifenwagen auch bei eingeschaltetem Martinshorn noch gut verständigen. "Das Geheule verursacht sonst nur zusätzlichen Stress, den in einer Einsatzsituation keiner gebrauchen kann", betonte gestern Polizeisprecher André Hartwich die Vorteile der neuen Technik. Zu der gehört auch eine Kamera im Heck des Wagens, die den nachfolgenden Verkehr beobachtet, aber auch bei einem Einsatz der Beamten außerhalb des Fahrzeugs das Geschehen überwachen kann.
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