Mord an Geschäftsfrau: Messer gefunden: Polizei sucht 55-jährigen Usbeken
VON MAIKE SCHULTE - zuletzt aktualisiert: 29.01.2008 - 15:53Nach dem Mord an einer deutsch-russischen Geschäftsfrau sucht die Polizei nun nach einem 55-jährigen Mann aus Usbekistan. Zwar läge gegen den Mann kein dringender Tatverdacht vor, er sei jedoch untergetaucht und ein möglicher Verdächtiger, sagte der zuständige Staatsanwalt Christoph Kumpa am Dienstag. Polizeitaucher haben unterdessen im Angelsee in der Nähe des Tatortes ein Messer gefunden.
Bei dem 55-jährigen Pjiotr P. handelt es sich um einen mehrfach vorbestraften Gewalttäter. Er hatte die Frau im Februar 2007 am gleichen Ort schon einmal mit dem Tod bedroht. Gemeinsam mit einem Komplizen, der sich „Omar“ nannte, drohte er damit, die 54-Jährige und ihre Tochter zu töten, wenn sie nicht 100.000 Euro zahlen würde. Doch Galina A. informierte stattdessen die Polizei, die das Duo bei einer vermeintlichen Geldübergabe festnehmen konnte.
Im September 2007 wurden „Omar“ alias Yuri M. (36) und Pjiotr P. wegen Erpressung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, Pjiotr P. jedoch gegen Meldeauflagen auf freien Fuß gesetzt. Ein dritter Angeklagter wurde aus Mangel an Beweisen freigelassen. Einen Auftraggeber nannten die Angeklagten während der Verhandlung jedoch nicht. Die Ermittler wollen nun einen erneuten Haftbefehl gegen Pjiotr P. erwirken und auch seinen freigesprochenen Komplizen vernehmen.
Die Angehörigen des Opfers verdächtigen den im Ausland lebenden Schwiegersohn, einen Auftragskiller geschickt zu haben. Nach der Scheidung war es zu Sorgerechtsstreitigkeiten gekommen, am Ende entführte er seine Tochter aus England. Galina A. hatte seitdem nach ihrem Enkelkind gesucht.
Die Staatsanwaltschaft konnte diese Vermutungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch nicht bestätigen. „Wir wissen nicht, ob es überhaupt einen Auftraggeber für die Tat gab“, so der zuständige Staatsanwalt Christoph Kumpa. „Galina A. fühlte sich in der letzten Zeit offenbar nicht bedroht“.
Unterdessen haben Polizeitaucher aus Köln am Dienstagmorgen in etwa 3,70 Meter Tiefe und etwa 20 Meter vom Ufer entfernt ein Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge. Die Waffe wurde sichergestellt und zur kriminaltechnischen Untersuchung in das Polizeipräsidium gebracht. Die Ermittlungen dauern an.
In der Nachbarschaft der Familie wurde derweil mit einem Flugblatt nach Zeugen gesucht, die am Tatabend etwas Verdächtiges beobachtet haben könnten. Bisher habe sich daraus aber keine heiße Spur ergeben, hieß es.
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