"Abstrakte Gefährdungslage": Polizeieinsatz am Humboldt-Gymnasium
zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 10:03Aufregung heute Morgen am Humboldt-Gymnasium in Pempelfort. Am Schultor erwarteten die Schüler Polizeibeamte. Die Polizisten zeigten Präsenz, weil eine Schülerin auf der Internet-Plattform Facebook vor einer möglichen Amoktat gewarnt hatte. Den Schülern blieb freigestellt, die Schule zu besuchen.
Von einer „abstrakten Gefährdungslage“ spricht die Polizei. Eine Schülerin hatte Dienstagnachmittag auf Facebook sinngemäß geschrieben: „Morgen würde wohl ein Amoklauf im Humboldt-Gymnasium stattfinden, was soll ich davon halten?“ Daraufhin alarmierte die Mutter einer anderen Schülerin die Polizei.
Schulleiter Volker Syring wurde Dienstag gegen 19.30 Uhr über den Eintrag im Internet informiert. Zu dem Zeitpunkt hatte die Polizei die Ermittlungen bereits aufgenommen. Eine akute Bedrohung konnten die Beamten nicht ausmachen.
Gemeinsam mit der Polizei und der Schulbehörde entschied Schulleiter Syring daraufhin, den Schulbetrieb am Mittwoch stattfinden zu lassen. Er stellte den Eltern frei, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Dies teilte er ihnen in einer E-Mail mit. Gleichzeitig einigte er sich mit der Polizei darauf, dass Beamten Präsenz zeigen sollten.
„Die Mehrzahl der 1100 Schüler ist heute zum Unterricht erschienen“, sagt der Schulleiter des Pempelforter Gymnasiums. Einige Schüler dürften auch am Morgen noch gar nichts gewusst haben. Denn die E-Mail mit den Informationen hatte der Schulleiter erst gegen 23 Uhr verschickt.
„Ich habe davon gestern ebenfalls über Facebook erfahren“, berichtet Oliver, Schüler der 11. Klasse. „Da gingen Namen und Gerüchte hin und her.“ Angst habe er aber nicht gehabt. In der zweiten Stunde habe es bereits eine Entwarnung per Lautsprecherdurchsage gegeben, berichtet Mitschüler Alex. „Dennoch finde ich es gut, dass die Polizei da ist.“
Die Polizei hat ihren Einsatz Mittwochmittag beendet. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass allein die Äußerung einer unbedarften Schülerin Ursache gewesen sei, so Polizeisprecherin Susanna Heusgen.
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