Staatsanwaltschaft ermittelt: Pooth-Affäre: Anklage gegen Trittbrettfahrer
VON WULF KANNEGIESSER - zuletzt aktualisiert: 28.08.2008 - 08:39Düsseldorf (RPO). In der "großen Wirtschaftsabteilung" der Staatsanwaltschaft sind inzwischen sogar schon zwei Staatsanwälte speziell mit den gesammelten Ermittlungsverfahren rund um die millionenschwere Insolvenz der Franjo-Pooth-Firma „Maxfield“ befasst.
Und wie gestern bekannt wurde, war auch die Ermittlungs-Abteilung „Organisierte Kriminalität“ zumindest am Rande mit der Pooth-Insolvenz beschäftigt. Nach RP-Informationen hat man dort nämlich jetzt Anklage erhoben gegen einen 56-jährigen Trittbrettfahrer.
Der Gewohnheitsbetrüger hatte demnach Anfang des Jahres den Ehemann von Verona Pooth zu betrügen versucht, danach die Stadtsparkasse mit angeblich kompromittierenden Unterlagen erpressen wollen.
Wie ein Vorabendkrimi
Die Details klingen wie aus dem Drehbuch für einen Vorabendkrimi: Der 13-fach vorbestrafte Seriengauner aus Aachen, der wegen diverser Vermögensdelikte zwischen Anfang 1973 und Juli 1990 - also 17 Jahre - die meiste Zeit im Gefängnis saß, wollte versuchen, aus der spektakulären Pooth-Firmenpleite eigenen Profit zu ziehen.
So soll er als angeblicher Vertreter einer US-amerikanischen Investorengruppe dem Verona-Ehemann sowie dem „Maxfield“-Insolvenzverwalter ein millionenschweres Interesse seiner „Auftraggeber“ an der Pooth-Firma vorgegaukelt haben. Als Voraus-Provision für derlei Vermittlungen habe er zunächst 250.000 Euro gefordert, sich später dann aber auch schon mit 8000 Euro für ein Flugticket begnügt. Als Franjo Pooth ihm trotzdem keinen Cent aushändigen wollte, sondern bloß das Flugticket anbot, brach der Kontakt zum 56-Jährigen laut Anklage abrupt ab.
Wenig später soll sich der Angeklagte dann mit ergaunerten Unterlagen über die „Maxfield“ bei der Stadtsparkasse gemeldet haben: Er könne gegen eine Zahlung von 150.000 Euro die Veröffentlichung delikater Details verhindern, etwa Filmaufnahmen von angeblichen Bordellbesuchen in Moskau sowie vermeintliche Kontounterlagen eines Vorstands bei einer spanischen Bank. Auch dieser Versuch misslang.
Wann gegen den Serienschwindler verhandelt wird, ist noch unklar. Das Landgericht lehnte gestern jede Stellungnahme zu diesem Verfahren ab.
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