Viele Fragen ungeklärt: Pooth und die Sparkasse: KPMG prüft weiter
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 16.06.2008 - 09:54Düsseldorf (RPO). Bei der Stadtsparkasse liegt immer noch kein abschließender Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zur Pooth-Affäre vor. Der Hauptausschuss der Sparkasse, der jetzt tagte, sollte sich mit diesem umfassenden Werk beschäftigen. Aber in der Sitzung stellten die Vertreter der Parteien fest, dass nach wie vor entscheidende Fragen nicht geklärt sind. Offenbar ist man darüber bei CDU und SPD verstimmt, weil man mit einem endgültigen Ergebnis gerechnet hatte.
Die Arbeit der Experten war durch die so genannte Pooth-Affäre ausgelöst worden. Franjo Pooth, durch seine Ehe mit dem früheren Werbe-Star Verona (Ex-Feldbusch) berühmt geworden, hatte für sein Unternehmen Maxfield bei der Sparkasse Kredite im Gesamtrahmen von 9,3 Millionen Euro erhalten. Unter möglicherweise fragwürdigen Umständen, wie man inzwischen weiß. Denn es gab keine ausreichenden Sicherheiten für dieses Geld, was zutage kam, als Pooth für Maxfield Insolvenz anmelden musste. Zwei Vorstände der Sparkasse (Heinz-Martin Humme und Karl-Heinz Stiegemann) verloren wegen dieser Kreditvergabe ihre Jobs, beide wurden fristlos entlassen. Zumindest Stiegemann soll von Pooth wertvolle Geschenke erhalten haben. Gegen die Ex-Chefs wird wegen Untreue ermittelt, gegen Stiegemann außerdem noch wegen Bestechlichkeit.
Auch Franjo Pooth ist derzeit im Visier der Staatsanwaltschaft - der Verdacht: Insolvenzverschleppung, Bestechung, neuerdings auch Steuerhinterziehung. Nächste Woche Montag und Dienstag wird Pooth ausführlich bei der Polizei verhört. Dabei könnte auch zur Sprache kommen, dass er kurz vor der Pleite seiner Firma größere Summen Bargeld vom Firmenkonto abgehoben und nach London mitgenommen haben soll. In der britischen Hauptstadt hatte Pooth ebenfalls eine Firma, außerdem soll ihm dort eine Immobilie gehören.
Inzwischen wird auch nicht mehr ausgeschlossen, dass Sparkassenvorstand Bernd Eversmann in der Sache Pooth mehr Verantwortung trägt, als bisher angenommen. Eversmann war seinerzeit neben Humme und Stiegemann im Vorstand, nun sitzt er neben Peter Fröhlich und Thomas Boots in der Chefetage an der Berliner Allee.
Seine Rolle soll nun gründlicher untersucht werden, hieß es gestern aus dem Aufsichtsgremium der Sparkasse, dem hauptsächlich von Politikern besetzten Verwaltungsrat.
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