Musik-Szene: Pop-Stars entdecken die Arena
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 10.03.2007 - 12:48Düsseldorf (RPO). Entgegen anfänglicher Skepsis hat die Musik-Szene die Qualitäten des Düsseldorfer Stadions erkannt. Internationales Aufsehen durch Madonna, Police und Genesis. Kommen 2008 wieder die Toten Hosen?
Die internationale Musik-Szene hat die LTU-Arena auf die Liste der Top-Adressen aufgenommen. So sieht es jedenfalls Jochen Hülder, Chef von JKP (Jochens Kleiner Plattenladen) und Manager der Toten Hosen. Angesichts der Auftritte des vorigen und des kommenden Jahres meint Hülder: „Das ist eine sensationelle Entwicklung, offenbar hat die Arena jetzt das richtige Management mit den richtigen Kontakten.“
Was Hülder meint: Wenn internationale Mega-Stars wie Madonna oder Police irgendwo auftreten, dann beobachtet die Szene dies sehr genau. Und sie schaut sich den Veranstaltungsort an, erkennt dessen Qualitäten und Potenziale - also Zuschauermenge, Einzugsgebiet und anderes. Da der Manager des Madonna-Auftritts auch Genesis betreut, ist für Insider klar, was passierte: Madonna hatte hier ein erfolgreiches Konzert mit 45.000 Zuschauern, also hat er die beiden Auftritte von Genesis (26. und 27. Juni) auf den Weg gebracht. Hülder: „Die Arena ist jetzt auf der Landkarte der Agenten.“ Mit deutschen Stars wie Grönemeyer oder Müller-Westernhagen sei eine solche Aufmerksamkeit nicht zu erreichen, weil die international nicht bekannt sind.
Jedenfalls ist die Liste der Stars, die sich für 2007 bisher angesagt haben, beeindruckend: George Michael (28. Mai), Pearl Jam (21. Juni), die beiden genannten Genesis-Konzerte und Police am 13. Oktober. Arena-Manager Jörg Mitze ist hörbar optimistisch und verweist auf Depeche Mode und Bon Jovi, die - abgesehen von Madonna - bereits voriges Jahr als Rock- und Popstars der Top-Liga da waren. Derzeit ist Mitze gemeinsam mit Manfred Kirschenstein (Chef Philipshalle) beim ILMC in London - dem International Live Music Congress, bei dem sich die wichtigsten Leute des Musik-Geschäfts treffen, sich austauschen, Kontakte pflegen und auch Termine aushandeln.
Gisela Piltz, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Arena, sieht dennoch keinen Anlass zur Euphorie, erkennt aber ebenfalls einen positiven Trend. Es werde wohl jedes Jahr besser, aber dass man mit der Arena Geld verdiene, sei trotzdem nicht in Sicht. Das jedoch sei von vorneherein klar gewesen, nur habe man das nicht deutlich gesagt. Sie begrüßt, dass man jetzt eine Querbühne installiere, die es erlaubt, Konzerte in der „Zwischengröße“ mit 25.000 Zuschauern zu veranstalten. Aber die Zahl der Veranstaltungen sei immer noch zu gering.
Wie und ob die Arena mit großen Namen Geld verdient, ist zumindest zweifelhaft: Viele Künstler lassen sich Festsummen garantieren, bei den Großen sind das 80 bis 85Prozent der zu erwartenden Geldeinnahme, erklärte uns ein Insider. Das Risiko liegt also beim Veranstalter und beim Hallenbesitzer.
Gängig ist auch diese Variante: Auswärtiger Veranstalter mietet die Halle zum Festpreis an und macht dann selbst Rendite. Das aber nur bei Mega-Stars, weil die die Halle auch sicher füllen. Dann fungiert der Hallenbesitzer nur als Vermieter und ist ansonsten raus. Außerdem werden die Nebenkosten immer höher: Stars reisen oft nur zum Konzert an und danach sofort wieder ab - etwa Madonna. Den Transport im Privat-Jet muss der Veranstalter übernehmen.
Und wann kommen die Toten Hosen wieder? Hülder ist noch zurückhaltend - 2008 gehe man wieder auf Tour, und eine Option sei ganz sicher Düsseldorf.
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