Düsseldorfer Prinzengarde: Prinzengarde-Chef tritt zurück
VON WOLFGANG BERNEY UND HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 14.08.2009 - 21:07Peter König, Vorsitzender und Präsident der Prinzengarde Rot-Weiß, hat Freitag für viele überraschend seinen sofortigen Rücktritt von diesen Ämtern erklärt. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte König, ihm fehle einfach die Zeit, sich hundertprozentig um die Garde zu kümmern, weil sich seine Firma gut entwickele und er beruflich immer stärker eingebunden werde.
König sei Inhaber und Chef der Hausbrauerei Im Füchschen an der Ratinger Straße. Dass sein Schritt auf Querelen in der Garde zurückgehe, bestreitet König. Noch vor wenigen Monaten hatte sich der Verein mit seinem Kommandanten Klaus Jürgen Christen sogar vor Gericht gestritten, Christen hatte vor allem König auch persönlich angegriffen.
Karnevals-Insider glauben allerdings, dass König tatsächlich zu stark beruflich eingebunden ist, aber auch deshalb die Brocken hinwirft, weil er sich nicht ausreichend unterstützt fühlt in seiner Arbeit. Intern war angeblich in der Prinzengarde schon seit Wochen darüber spekuliert worden, dass sein Rücktritt bevor steht. Einer aus der Garde: „Er hat vor vier Jahren überraschend sein Amt als CC-Präsident aufgegeben, und so war es auch diesmal.” König habe damals wie jetzt plötzlich die Lust an der Sache verloren.
Schon vor sechs Wochen hatte König damit gedroht, den „Ball International” der Garde, seit 30 Jahren Tradition im Düsseldorfer Karneval, einfach ausfallen zu lassen. Und er deutete an, dass er sein finanzielles Engagement für die Garde zurückfahren werde. Das bestritt er gestern jedoch: Daran werde sich nichts ändern.
Der Rücktritt trifft die Garde auch deshalb, weil König nicht nur Präsident, sondern auch Vorsitzender war. Jetzt stehen die Rot-Weissen ohne Führung da. Wie es weitergeht, erklärte gestern Kommandant Klaus Eyckeler, Mitglied des Vorstandes: „Wir treffen uns in der nächsten Woche und wählen aus dem Vorstand einen neuen ersten Mann, der dann bis zur nächsten offiziellen Neuwahl bei der Jahreshauptversammlung im Amt bleibt.”
Er deutete an, dass der bisherige Zweite Vorsitzende Michael Kux durchaus Chef der Garde werden könne auch ohne gleich Präsident zu sein. Eyckeler: „Unsere Veranstaltungen für die kommenden Session, Ball und Sitzung, stehen. Als Präsident darf die nach unserer Satzung allerdings auch ein Dritter moderieren, der nicht unbedingt der Garde angehört. Aber er sollte natürlich Karnevalsroutinier sein und sich sicher auf der Bühne bewegen.”
In Frage kämen Jobsie Drießen, Lothar Hörning oder Josef Hinkel. Eine Dauerlösung sei das allerdings nicht. Eyckeler: „Wir haben zwar keine Eile. Aber eine so große und für den Düsseldorfer Karneval so wichtige Garde braucht längerfristig doch wieder einen eigenen Präsidenten.”
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