Stillstand trotz Wettbewerb: Programm für Bahnhofsumfeld
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 06.06.2008 - 09:55Düsseldorf (RPO). Trotz des Architekten-Wettbewerbs 2006 ist auf dem Konrad-Adenauer-Platz noch immer nichts passiert. Die Stadt hofft auf Fördergelder von Land und Bund. Dafür soll ein größerer Bereich zum Fördergebiet erklärt werden.
Stadtmitte Düsseldorf hat viele schöne Gesichter. Wer aber mit dem Zug in der Landeshauptstadt ankommt, sieht die Schattenseiten: Das Gebiet rund um den Hauptbahnhof ist geprägt durch die Drogen- und Trinkerszene, teils heruntergekommene Nachkriegsbauten, Leerstände, Sexshops und Spielhallen, verschmutzte Plätze und Straßenzüge.
Dem wollen die städtischen Planer nun mit dem „Entwicklungskonzept Innenstadt Süd-Ost“ begegnen. Im Blick haben sie das Gebiet zwischen Hauptbahnhof, Graf-Adolf-Straße und Berliner Allee. Aber auch die komplette Oststraße, der Mintrop- und der Worringer Platz gehören dazu. Dieser Bereich soll zum Fördergebiet erklärt werden, für das auch öffentliche Gelder fließen sollen; unter anderem aus dem Programm zur Förderung „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“.
Im Zentrum des Ganzen: der Konrad-Adenauer-Platz vor dem Hauptbahnhof. Für das Gelände wurde bereits ein Architekten-Wettbewerb durchgeführt und Anfang 2006 ein Entwurf der Architektengemeinschaft Levin Monsigny Landschaftsarchitekten/ David Chipperfield Architects zum Sieger gekürt. Passiert ist seitdem jedoch nichts. „Wir hoffen, 2009 starten zu können“, sagt Planungsdezernent Gregor Bonin. „Aber alles hängt jetzt von den Fördergeldern ab.“ Das Fördergebiet sei die Grundlage für Anschubfinanzierungen von Bund und Land. „Uns wurde signalisiert, dass Einzelmaßnahmen nicht gefördert werden, sondern nur ein Gebiet“, stellte der Beigeordnete im Planungsausschuss klar. Alexander Fils (CDU), Vorsitzender des Gremiums, fügte hinzu, dass bei Gesprächen mit der Bezirksregierung der Förderung gute Chancen eingeräumt worden seien, wenn die Neugestaltung des Bahnhofvorplatzes in ein Programm eingebunden werde.
Die SPD plädierte dafür, auch die Kölner Straße und den südlich davon gelegenen Bereich mit einzubeziehen. „Das würde das Gebiet jedoch um 50 Prozent vergrößern“, so Richard Erben, Leiter des Stadtplanungsamtes. Zudem wolle man mit dem Entwicklungskonzept Impulse für A-Einzelhandelszentren der Innenstadt geben, die Kölner Straße gehöre jedoch nicht dazu.
„Unser Ziel ist vor allem, die Immobilien-Eigentümer, Anwohner und Pächter mit in die Pflicht zu nehmen“, sagt Planungsdezernent Gregor Bonin. Dabei könnten die Fördermittel Anreize geben. Positives Beispiel soll dafür die Graf-Adolf-Straße sein, wo 2005 mit Hilfe der Landesförderung eine Immobilien- und Standortgemeinschaft gegründet wurde. Die Straße habe sich seitdem positiv entwickelt. Die Stadt will sich moderierend beteiligen - über Leerstands- und Ladenflächenmanagement, den Einsatz von Quartiers- oder Platzpaten sowie Handlungskonzepte.
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