650.000 Euro für "Adopt-A-Minefield": Promi-Duo singt für guten Zweck
zuletzt aktualisiert: 29.05.2005 - 11:42Düsseldorf/Neuss (dto). "Wir hoffen, die Welt von Landminen befreien zu können. Abende wie heute bringen Bewusstsein und Geld." Ex-Beatle Sir Paul McCartney und seine Frau Heather Mills McCartney luden am Samstag in Neuss zur großen "Adopt-a-Minefield"-Benefizgala und konnten am Ende rund 650.000 Euro für den guten Zweck verbuchen. Den großen Höhepunkt gab es kurz nach Mitternacht: Erstmals seit 30 Jahren trat der zum Islam konvertierte Sänger Cat Stevens in Deutschland auf, sang einige seiner Hits und stimmte schließlich unter begeistertem Beifall der rund 800 Gäste in einem wohl einmaligen Duett mit Schirmherr McCartney den Beatles-Klassiker "Let it be" an.
Zahlreiche Prominente waren der Einladung zum fünften Jubiläum der Organisation "Adopt-A-Minefield" und der ersten Gala dieser Art in Europa ins Neusser Swissotel gefolgt. Unter ihnen waren Boris Becker, Deutschrocker Marius Müller-Westernhagen und Bee-Gees-Sänger Robin Gibb. Landminen seien eine "große Gefahr für die Kinder dieser Welt", sagte Gibb: "Deshalb ist dieses Engagement wichtig." Der an ALS erkrankte Künstler Jörg Immendorff betonte: "Wir müssen uns Gedanken machen, was mit unseren Mitmenschen ist." Zu den Schönsten des Abends gehörten die ehemaligen Top-Models Nadja Auermann und die aus Somalia stammende Waris Dirie.
Heather Mills McCartney arbeitete Anfang der 90er Jahre in Slowenien, Kroatien und Bosnien und sammelte Spenden für die Flüchtlingshilfe. 1993 verlor die heute 36-Jährige den linken Unterschenkel - nicht im Kriegsgebiet, sondern bei einem Verkehrsunfall in London. "Ich glaube, alles im Leben passiert aus einem bestimmten Grund", sagte Mills McCartney. Es habe sie dazu gebracht, weiter zu machen und Menschen zu helfen. Sie dankte allen Gästen: "Wir sind heute hier, um den Frieden zu unterstützen." Nach Angaben der Veranstalter schätzen die Vereinten Nationen die Zahl der derzeit verlegten Landminen auf etwa 110 Millionen in über 70 Ländern der Welt.
Zum Unterhaltungs-Programm gehörten der niederländische Magier Hans Klok, Sängerin Bonnie Tyler und die Weather Girls. Unbestrittener Höhepunkt war aber der Auftritt von Cat Stevens, der sich seit seinem Übertritt zum Islam in den 70er Jahren Yusuf Islam nennt. Er sang frühere Hits wie "Where do the children play" und "Peace Train" und neue Stücke - und baute eine "All you need ist love"-Passage in einen Song ein. "Warum kommst du nicht rauf und machst was?", rief er schließlich Paul McCartney zu, der der Einladung sofort folgte. Islam umarmte den Sänger nach dem gemeinsamen "Let it be" herzlich. Den Versuch einer dankbaren Umarmung von dessen Ehefrau Heather wehrte der gläubige Moslem jedoch ab.
Fernsehkomiker Dirk Bach leitete eine Auktion, bei der unter anderem eine von McCartney stammende Lithographie und ein Jackett von Paul Newman für jeweils 3.000 Euro unter den Hammer kamen. Letzteres sicherte sich Fernseh-Moderatorin Sandra Maischberger, die die Neuerwerbung gleich testweise über ihr schickes Abendkleid zog. Eine von McCartney auf der Bühne persönlich gestimmte und signierte Gitarre brachte 20.000 Euro für den guten Zweck.
Eine Auszeichnung vergab Heather Mills McCartney an die nach Angaben von "Adopt-A-Minefield" einzige deutsche Minenräumerin Vera Bohle. "Diese Frau hat im Alter von 29 Jahren eine sehr erfolgreiche Karriere in Fernsehen und Medien aufgegeben", sagte Mills McCartney über die frühere Fernsehredakteurin. Ihr Mann Paul betonte anschließend, Bohle sei ein wahres Vorbild. "Heather und ich freuen uns, sie hier zu treffen." Bohle sagte, sie nehme den Preis stellvertretend für die tausenden Minenräumer an, die ständig ihr Leben riskierten: "Das Prinzip Hoffnung geht immer mit." Sie betonte die Wichtigkeit von Hilfsaktionen: "Minen räumen ist nun einmal sehr viel teurer, als Minen verlegen."
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