Rheinbahn und Regiobahn sammeln Unterschriften: Protest gegen Kürzungen im Nahverkehr
zuletzt aktualisiert: 08.05.2006 - 17:29Düsseldorf (dto). In ganz NRW sammeln Verkehrsunternehmen am 10. Mai Unterschriften gegen die geplanten Streichungen im Nahverkehr. Die Bundesregierung will die so genannten Regionalisierungsmittel bis 2010 um 3,3 Milliarden Euro kürzen. Auch Rheinbahn und Regiobahn beteiligen sich an der Protestaktion.
Mitarbeiter der Rheinbahn verteilen am Mittwoch rund um den Hauptbahnhof Postkarten und bitten Fahrgäste um ihre Unterschrift „Gegen Kürzungen bei Bahn und Bus“. Beschäftigte der Regiobahn und der Rheinisch-Bergischen Eisenbahn mischen sich unter die Berufspendler. Zwischen 7 und 9 Uhr und von 15 bis 18 Uhr verteilen in sie allen Zügen der S 28 zwischen Kaarst und Mettmann Postkarten zur Unterschrift.
Der Aktionstag ist eine Initiative des NRW-Aktionsbündnisses „Gegen Kürzungen bei Bahn und Bus“, das Verkehrsunternehmen, Verbünde und Aufgabenträger ins Leben gerufen haben. Wer am 10. Mai nicht unterwegs ist, kann an der Unterschriftenaktion auch im Internet teilnehmen: Unter www.gegen-kuerzungen-bei-bahn-und-bus.de finden Fahrgäste eine elektronische Postkarte, die sie noch bis zum 15. Mai per Mail an das Aktionsbündnis schicken können. Alle Postkarten werden am 16. Mai, vor den entscheidenden Beratungen über die Kürzungen im Bundestag, der Bundespolitik in Berlin übergeben.
Werden die Regionalisierungsmittel gekürzt, müssten Züge gestrichen werden, hieß es. Angesichts der geplanten Kürzungen geht der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) davon aus, dass jede fünfte Bahnverbindung ersatzlos wegfallen könnte. Somit würden wahrscheinlich Nachtexpresse und Frühzüge an Samstagen entfallen, meldet die Regiobahn. Zwischen 18 und 20 Uhr würden Züge möglicherweise nur noch im 30-Minuten-Takt fahren, danach im Stundentakt, heißt es weiter.
Von den Streichungen betroffen wären auch Bus-, Straßenbahn- und Stadtbahnverbindungen. Entfallen Nahverkehrszüge, werden im Endeffekt auch die öffentlichen Verkehrsmittel vor Ort weniger genutzt, erklärte die Rheinbahn.
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