3000 Demonstranten: Protest gegen Studiengebühren
VON ANDREAS PANKRATZ - zuletzt aktualisiert: 06.05.2010 - 11:17Düsseldorf (RPO). Bei der Demonstration im Zuge der Bildungsproteste gingen einige Tausend Schüler und Studenten für kostenfreie Bildung und für die Einheitsschule auf die Straße. Die Polizei hatte die Lage unter Kontrolle, auch die Auswirkungen auf den Verkehr waren überschaubar.
Die Demonstration im Zuge des landessweiten Bildungsstreiks verlief gestern ohne größere Verkehrsbehinderungen: Nach Schätzungen der Polizei beteiligten sich etwa 3000 junge Menschen am Protestzug, die Veranstalter gehen von rund 4000 Demonstranten aus. Sie zogen vom DGB-Haus am Hauptbahnhof mit einem Stopp am Landtag zu den Düsseldorf Arcaden.
Diverse Studentenverbände, Schülervertretungen und Parteien hatten dazu aufgerufen, beispielsweise für die Abschaffung der Studiengebühren sowie gegen das dreigliedrige Schulsystem und das so genannte Turbo-Abitur zu demonstrieren.
Zuletzt protestierten Studenten im vergangenen Juni und im November gegen die Bildungspolitik der Landesregierung. Sie hielten damals über mehrere Tage Hörsäle der Heinrich-Heine-Universität besetzt. Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl hofften die Protestierenden dieses Mal auf ein besonders starkes Zeichen. "Wir wollen zeigen, dass es uns Erstwählern nicht gleichgültig ist, wer die Zukunft der nächsten Generation bestimmt", sagte Schüler Till Herold, der aus Hamm angereist war. Laut, aber gewaltlos zogen der 18-Jährige und seine Mitstreiter vom Hauptbahnhof zum Landtag.
Keine ernsthaften Verkehrsbehinderungen
Die Polizei-Hundertschaften hatten die Lage unter Kontrolle, nur vereinzelt mussten die Gesetzeshüter Teilnehmer ermahnen: Auch einige Linksautonome waren mitmarschiert. "Es gab keine nennenswerten Verstöße gegen das Versammlungsrecht", resümierte Polizeisprecher Wolfgang Wierich am Abend. Auch das Fazit der Verkehrsüberwachung fällt positiv aus. Demnach kam es durch die Sperrungen der Hauptverkehrsstraßen zwischen dem Hauptbahnhof und dem Landtag lediglich zu geringfügigen Beeinträchtigungen. Von geteilten Eindrücken berichtet dagegen die Rheinbahn.
Am Vormittag sei es zu keinen ernsthaften Behinderungen des öffentlichen Personennahverkehrs gekommen. Laut Angaben des Verkehrsunternehmens sollen aber einige Hundert Demonstranten bei ihrer Schlusskundgebung am Nachmittag mit Sitzblockaden an der Kreuzung Bachstraße, Elisabethstraße für Verspätungen einiger Bus- und Bahnlinien gesorgt haben. Sonst habe es von den Kunden der Rheinbahn jedoch nur vereinzelt Beschwerden gegeben.
Ebenso zwiespältig waren auch die Reaktionen der Passanten auf den Protestmarsch. Während einige von ihnen Sympathien für das Anliegen der Schüler und Studenten äußerten, hatten andere nur wenig Verständnis. "Ich bin entsetzt", sagte Erika Pierags aus Herdecke, erstaunt über die versammelte Menge. "Auf diesem Wege kann man doch nichts erreichen", schimpfte die 67-Jährige.
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