Stadtviertels Le Quartier Central: Proteste beim Spatenstich
VON MATTHIAS ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 21.08.2009 - 07:41Düsseldorf (RPO). Bewohner des neuen Stadtviertels Le Quartier Central befürchten, dass der geplante Riegel aus Bürohäusern nicht kommt. Als Alternative wollen sie eine Lärmschutzwand gegen den Krach von der neuen Derendorfer Umgehung.
Das hätte sich Gerhard Hoffmann nicht träumen lassen. Vor eineinhalb Jahren hatte er voller Stolz seine neue Wohnung im Quartier Central auf dem im Umbruch befindlichen Gelände des ehemaligen Derendorfer Güterbahnhofs bezogen. Gestern stand er mitten unter den Demonstranten, die den Ehrengästen beim Spatenstich mit Oberbürgermeister Dirk Elbers ihren Protest auf eilig gemalten Transparenten entgegen hielten: "Lärm macht krank, wo bleibt die Lärmschutzwand."
Dabei ist die geforderte Lärmschutzwand für die Bewohner des zügig wachsenden Stadtviertels nur zweite Wahl. Auf den ersten Blick kurios: Sie können es kaum erwarten, dass für den im Bebauungsplan vorgesehenen Riegel aus Bürohäusern mit einer Höhe bis zu etwa 18 Geschossen ein Investor gefunden wird.
Denn dieser könne sie weitaus besser vor dem Lärm der geplanten vierspurigen Straße und der parallel verlaufenden Eisenbahnstrecke schützen, sagt Hoffmann. Nur an die Realisierung des Büro-Projektes glaubte unter den Demonstranten gestern niemand mehr. Ihnen fehlt jetzt in der Verträgen das "Junktim, dass eine Lärmschutzwand gebaut werden muß, wenn die Bürohäuser nicht kommen".
2013 soll alles fertig sein
Projekt-Entwickler Aurelis gab gestern das Startzeichen für die 40 Millionen Euro teure Erschließung des 36 Hektar großen Geländes auf Pempelforter und Derendorfer Gebiet. Dazu gehören neben einer sogenannten Entlastungsstraße, die unter dem Arbeitstitel "Umgehung Derendorf" 2002 beschlossen wurde: zwei acht Hektar große Stadtgärten und Grünflächen, die Offenlegung und Renaturierung der Düssel, der Bau einer Lärmschutzwand zwischen Wehrhahn und S-Bahnhof Zoo jenseits der Bahngleise, Rad und Fußwege und der Kanalisation für das gesamte Gelände. Alles soll 2013 fertig sein.
Aurelis-Chef Joachim Wieland trat dem Eindruck entgegen, dass der Büro-Riegel in den Köpfen der Planer bereits abgeschrieben sei. Angesichts der wirtschaftlichen Lage würden Investoren Entscheidungen nun mal zurückstellen.
Wieland ist jedoch zuversichtlich, 2010 das erste Grundstück verkaufen zu können, damit das erste Bürohaus 2011 gebaut werde. Aurelius habe zum Thema Lärmschutz verschiedene Szenarien - mit und ohne Büro-Riegel, mit und ohne Lärmschutzwand - durchgespielt. "In allen Fällen liegen wir unter den zulässigen Grenzen", sagt Projektleiter Ralph Schneemann.
Oberbürgermeister Dirk Elbers schlug sich auf die Seite derjenigen, die für den Erhalt des Restaurants Les Halles auf dem Gelände eintreten. Als OB habe er die "Narrenfreiheit, Aurelis aufzufordern, die Idee in ihrem Herzen zu bewegen".
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